wenn etwas Blödes geschieht und dann entsteht genau daraus etwas ganz Wunderbares?
von Anke Recktenwald | Mai 4, 2026 | Aktuelles |
Kennt ihr das, wenn etwas Blödes geschieht, und man ärgert sich und weiß manchmal erst gar nicht weiter und dann entsteht genau daraus etwas ganz Wunderbares?
So ging es meiner Schülerin Laura.
Ihre Freibergerin stand eine recht weite Strecke weg und gehörte ihr zusammen mit 2 andern Reiterinnen, so dass sie regelmäßig geritten wurde, auch wenn Laura nicht immer kommen konnte.
Als Mutter von 2 kleinen Kindern war ihre Zeit immer ein bisschen knapp.
Laura begann mit mir zu arbeiten und lernte ihre Stute neu kennen und schätzen. Leider waren die Mitreiter nicht interessiert.
Dann verletzte sich die Stute und kam zuerst in eine Klinik. Dann sollte die Verletzung intensiv versorgt werden, was sie nun in dem Stall nicht mehr leisten konnten.
Laura fand einen Stall in ihrer Nähe, so dass sie auch mehrmals täglich hin fahren und sich um ihr Pferd kümmern konnte.
Den Andern war das nun zu aufwenig und sie wollten die Stute nicht mehr haben.
Laura übernahm sie ganz. Sie war erst etwas verzweifelt, wie sollte sie das alleine schaffen? Doch inzwischen war ihr die Sute so ans Herz gewachsen, und ihr Wohlergehen so wichtig, dass sie einfach weiter Lösungen suchte. Auch neue Reitbeteiligungen, doch nun erkannte sie, das ihre Stute sich mit denen nicht so wohl fühlte, denn auch die wollten einfach nur reiten, ohne in Beziehung mit der Stute zu gehen.
Laura begann ihre beiden kleinen Jungs mitzunehmen, sie hatte inzwischen gerlernt, dass ihre Stute freundlich war, und eigetnlich keine Gefahr für kleine Kinder. Die Jungs verliebten sich bald in die Stute. Und das beruhte auf Gegenseitigkeit. Es schien als hätte die Freibergerin nur darauf gewartet Teil einer Familie zu werden. Sie ist so achtsam mit den kleinen Jungs, 2 und 4 Jahre, ist so gern mit ihnen zusammen und geniest die Liebe und das Gesehen werden von der ganzen Familie. Laura, die immer weiter lernt ihr Pferd besser zu verstehen und zu sehen und ihr Gutes zu tun, spürte wie sich ihre Bindung vertiefte und das die Stute sie immer schon erwartete, wenn sie kam.
Als wir nun Unterricht vor Ort hatten, war die Familie dabei.
Und ich war so berührt wie die Stute mit den Jungs interagiert. Sie versuchte sogar ihnen zu helfen den Tellington Lernparcours aufzubauen. Leider hab ich kein Foto, wie sie die Stange ins Maul nimmt, als wolle sie sie positionieren helfen.
Die Jungs kennen auch schon Namen von TTouch und Führpositionen, da sie immer mit lernen, wenn Mama übt.
Am Ende sind sie dann auch noch ohne Sattel geritten und haben altersgerechte Vertrauensübungen auf dem Rücken der Stute gemacht, die alles wunderbar ruhig tolerierte und die Freude der Jungs ebenso zu genießen schien, wie ich.
Was für ein Geschenk für ein Pferd, wenn es von einem Freizeitpferd, für 3 ganz verschienden Leute, zu einem Familienpferd wird. Auch ein Geschenk für die Familie, ein solches Pferd zu haben, das mit Körper, Geist und Herz bei allem gern dabei ist.
Laura freut sich noch immer, wenn sie eine Reitbeteiligung findet, aber nur Jemanden mit einem Tellington Herz