Sally Swift nannte ihre Methode „Zentriertes Reiten“, weil ein großer Teil unserer Hilfengebung aus der Körpermitte entsteht.

Diese Körpermitte liegt zwei Finger unterhalb des Bauchnabels, vor der Wirbelsäule. In den asiatischen Bewegungskünsten wird dieser Bereich Dan Tien genannt.

Zentrieren bedeutet, den eigenen Körperschwerpunkt in diese Mitte zu bringen. Dadurch werden wir stabiler, beweglicher und müheloser – ohne unnötige Spannung.

Mach ein Experiment:

Setze dich auf einen Stuhl mit möglichst gerader Sitzfläche und rutsche etwas nach vorne, sodass deine Oberschenkel nicht mehr aufliegen. Nur so kann der Körper sich natürlich aufrichten.

Lege eine Hand auf den Bauch, Daumen auf den Nabel, kleiner Finger Richtung Schambein und eine gegenüber auf den Rücken. Stell dir vor, zwischen deinen Händen rollt eine kleine Kugel. Nicht größer als ein Tennisball, nicht kleiner als ein Golfball. Sie darf eine Farbe oder ein Material haben, das sich für dich gut anfühlt. Lass sie schließlich in der Mitte, vor deiner Wirbelsäule, etwas einsinken, wie in Sand – nicht mehr als die zwei Finger unterhalb des Bauchnabels.

Vielleicht spürst du:

✨ dein Rücken wird länger

✨ dein Atem wird freier

✨ du sitzt müheloser und aufrechter

Es gibt verschiedene Bilder, die beim Zentrieren helfen können:

🌱 eine Kugel in ihrem Nest

🌱 eine gefüllte Beckenschale, in die ein großer Ball fällt

🌱 eine Blume, die sich öffnet und strahlt

Wir finden für jeden eine passende Lösung.

Probiere es im Stehen, beim Gehen und schließlich im Sattel aus.

Pferde spüren sehr genau, wenn wir in unserer Balance sind. Oft verändert sie sich enorm, nur weilwir selbst unsere Mitte finden.

Und manchmal hilft zusätzlich das Erden:

Stell dir vor, aus deinen Füßen wachsen Wurzeln in die Erde, während dein Oberkörper wie ein Baum in den Himmel wächst – ohne Strecken, nur durch ein Zulassen von Länge.

(Das Posting dazu findet ihr in einem vorherigen Blog)

Zentrierung hilft nicht nur beim Reiten. Auch im Alltag werden Bewegungen leichter: beim Tragen, Schieben oder bei jeder Aufgabe, bei der du Kraft und Balance brauchst.

Finde deine Mitte – und entdecke, wie viel leichter Bewegung werden kann.
Nicht Muskelkraft gibt dir Stabilität, sondern eine gut organisierte Körpermitte. Wer aus seiner Mitte heraus weit wird, bewegt sich leichter – und macht es auch seinem Pferd leichter.

Foto aus einem Kurs „Besser reiten mit Feldenkrais“ KI optimiert