Wenn Kraft durch den Körper fließen kann …

Wenn Kraft durch den Körper fließen kann …

Stell dir einen Dominoeffekt vor: Ein Steinchen gibt die Kraft an den nächsten weiter – und so setzt sich die Bewegung bis zum letzten Stein fort.

Ähnlich funktioniert es beim Gehen. Wenn der Fuß beim Auftreten Druck in den Boden gibt, entsteht eine Gegenkraft, die durch den Körper nach oben weitergeleitet werden kann – vom Fuß über die Gelenke bis hin zum Kopf.

Sowohl beim Mensch, als auch beim Pferd, vom Hinterhuf zum Genick

Damit das gelingt, braucht es eine gute Verbindung entlang dieser Kraftlinie. Die Gelenke müssen so aufeinander ausgerichtet sein, dass die Kraft ihren Weg durch den Körper fortsetzen kann.

Eine stabile Achse stärkt dabei nicht nur die Aufrichtung, sondern unterstützt auch die Knochen.

Doch wenn die Kraft auf ihrem Weg immer wieder auf Abweichungen oder Blockierungen trifft, funktioniert der Dominoeffekt nicht mehr. Die Kraft kann sich stauen – in einem Gelenk, das nicht gut ausgerichtet ist, und dort langfristig zu unnötiger Belastung und Verschleiß führen.

Gute Ausrichtung ermöglicht dem Körper, Kräfte sinnvoll weiterzuleiten – sodass Bewegung leichter, stabiler und effizienter werden kann.

Genau diese Zusammenhänge erleben wir bei @Bones for Life® in der Bewegung.

Und können uns so selbst besser ausrichten und ein Gefühl für die Ausrichtung des Pferdes entwickeln.

Bones for life® – aufrichten-stärken-genießen

#BonesForLife#Knochenstärke#Aufrichtung#Balance#Bewegung#Feldenkrais

Der 3. Baustein: Zentrieren und wachsen

Der 3. Baustein: Zentrieren und wachsen

Sally Swift nannte ihre Methode „Zentriertes Reiten“, weil ein großer Teil unserer Hilfengebung aus der Körpermitte entsteht.

Diese Körpermitte liegt zwei Finger unterhalb des Bauchnabels, vor der Wirbelsäule. In den asiatischen Bewegungskünsten wird dieser Bereich Dan Tien genannt.

Zentrieren bedeutet, den eigenen Körperschwerpunkt in diese Mitte zu bringen. Dadurch werden wir stabiler, beweglicher und müheloser – ohne unnötige Spannung.

Mach ein Experiment:

Setze dich auf einen Stuhl mit möglichst gerader Sitzfläche und rutsche etwas nach vorne, sodass deine Oberschenkel nicht mehr aufliegen. Nur so kann der Körper sich natürlich aufrichten.

Lege eine Hand auf den Bauch, Daumen auf den Nabel, kleiner Finger Richtung Schambein und eine gegenüber auf den Rücken. Stell dir vor, zwischen deinen Händen rollt eine kleine Kugel. Nicht größer als ein Tennisball, nicht kleiner als ein Golfball. Sie darf eine Farbe oder ein Material haben, das sich für dich gut anfühlt. Lass sie schließlich in der Mitte, vor deiner Wirbelsäule, etwas einsinken, wie in Sand – nicht mehr als die zwei Finger unterhalb des Bauchnabels.

Vielleicht spürst du:

✨ dein Rücken wird länger

✨ dein Atem wird freier

✨ du sitzt müheloser und aufrechter

Es gibt verschiedene Bilder, die beim Zentrieren helfen können:

🌱 eine Kugel in ihrem Nest

🌱 eine gefüllte Beckenschale, in die ein großer Ball fällt

🌱 eine Blume, die sich öffnet und strahlt

Wir finden für jeden eine passende Lösung.

Probiere es im Stehen, beim Gehen und schließlich im Sattel aus.

Pferde spüren sehr genau, wenn wir in unserer Balance sind. Oft verändert sie sich enorm, nur weilwir selbst unsere Mitte finden.

Und manchmal hilft zusätzlich das Erden:

Stell dir vor, aus deinen Füßen wachsen Wurzeln in die Erde, während dein Oberkörper wie ein Baum in den Himmel wächst – ohne Strecken, nur durch ein Zulassen von Länge.

(Das Posting dazu findet ihr in einem vorherigen Blog)

Zentrierung hilft nicht nur beim Reiten. Auch im Alltag werden Bewegungen leichter: beim Tragen, Schieben oder bei jeder Aufgabe, bei der du Kraft und Balance brauchst.

Finde deine Mitte – und entdecke, wie viel leichter Bewegung werden kann.
Nicht Muskelkraft gibt dir Stabilität, sondern eine gut organisierte Körpermitte. Wer aus seiner Mitte heraus weit wird, bewegt sich leichter – und macht es auch seinem Pferd leichter.

Foto aus einem Kurs „Besser reiten mit Feldenkrais“ KI optimiert

Der 2. Baustein: Der Atem – der Schlüssel zur Losgelassenheit

Der 2. Baustein: Der Atem – der Schlüssel zur Losgelassenheit

Der 2. Baustein: Der Atem

Fließender Atem ist eines der Zeichen für Losgelassenheit – eine der grundlegenden Stufen der Skala der Ausbildung und die Basis für förderliche Bewegungen.

Hast Du auch schon die Erfahrung gemacht, wie sehr sich Dein Atem verändert, je nachdem, ob Du gestresst oder gelassen bist? Wenn wir uns stark konzentrieren, gestresst sind oder unzufrieden, atmen wir ganz anders, als wenn wir uns wohlfühlen, Freude empfinden oder entspannt sind.

Einfach einmal bewusst durchzuatmen hilft oft kurzfristig, sich zu beruhigen. Doch manchmal halten wir schon wenige Sekunden später wieder die Luft an oder der Atem wird stockend. Vielleicht kennst Du selbst schon eine Atemübung, mit der Du Dir in stressigen Situationen helfen kannst.

Eine gute Übung auf dem Pferd ist es, die Schritte zu zählen und zu beobachten, über wie viele Schritte Du ein- und ausatmest. In Aufregung sind es manchmal nur ein bis zwei Schritte. 
Wenn Du Dir jedoch vorstellst, dass Dein ganzer Körper ein Hohlraum ist und Du mit dem Einatmen die Luft in alle Bereiche Deines Körpers hineinfließen lässt und sie beim Ausatmen wieder hinausströmt, kann sich Dein Atem schnell beruhigen.

Linda Tellington-Jones empfiehlt, über vier Schritte einzuatmen und über vier Schritte auszuatmen und die Schritte dabei laut zu zählen.

Manchmal hilft es auch, sich vorzustellen, in den unteren Rücken oder in Richtung Becken zu atmen. Vielleicht probierst Du auch einmal aus, in Richtung Schulterblätter und Schlüsselbeine zu atmen.

Manche Menschen denken, dass Atmen in den Brustkorb nicht gut sei und man ausschließlich in den Bauch atmen müsse. Doch im Brustkorb sind die Lungen zu Hause. Wenn sich unsere Rippen ausdehnen, kann die Luft in die Lungen einströmen. Nur in den Bauch zu atmen ist genauso wenig natürlich, wie ausschließlich mit dem Brustkorb zu atmen. Beim Atmen dürfen alle mitmachen: die Rippen und das Zwerchfell, das sich dabei Richtung Bauch bewegt.

Wir denken beim Atmen oft nur an die Vorderseite unseres Körpers. Doch unsere Rippen gehen rundherum. Wenn Du Dir vorstellst, dass Du mit Deinem Atem Deinen Rücken füllen möchtest, verbessert sich nicht nur Dein Atem, sondern auch Deine Aufrichtung. Gleichzeitig kannst Du überflüssige Spannung aus Deinem Rücken entlassen.

Du kannst Dich also in alle sechs Richtungen von Deinem Atem füllen lassen: nach oben, nach unten, nach hinten, nach vorne und zu den Seiten.

Spüre einmal: Weiten sich Deine Rippen auch in Richtung Deiner Arme aus? Wie beim Pferd beim Satteln darf auch Dein Brustkorb sich rundherum öffnen und ausdehnen.

Spüre, welchen Raum Du bereits nutzt und welcher noch ungenutzte Raum auf Deine Aufmerksamkeit wartet.

Mach ein Experiment:

Zähle zuerst einmal, über wie viele Schritte Deines Pferdes Du im Moment ein- und ausatmest – ohne etwas zu verändern, einfach ganz normal.

Dann probiere eines unserer Beispiele aus: Atme eine Weile mit dem Fokus auf Deinen Rücken oder lasse die Luft Deinen ganzen Körper füllen. Beobachte, wie sich Dein Atem nach ein paar Minuten verändert.

Über wie viele Schritte atmest Du jetzt?

Wenn Du durch eines der Experimente einen Rhythmus über vier oder fünf Schritte entwickelt hast, beobachte wieder Dein Pferd:

  • Wie ist der Takt?
  • Wie leicht ist deine Aufrichtung?
  • Wie ist die Losgelassenheit?
  • Wie gut kannst du der Bewegung deines Pferdes folgen?

Hat Dein Pferd ebenfalls tiefer geatmet oder abgeschnaubt?

Atme nun einmal aus und halte für eine halbe Runde die Luft an. Beobachte, wie Dein Pferd sich verändert.

Manche Pferde spiegeln die Anspannung sofort durch Kopfanheben, einen unregelmäßigen oder verkürzten Bewegungsablauf oder Spannung im Rücken.

Kehre anschließend zu einem Deiner Atemexperimente zurück, lasse Deinen Atem wieder frei fließen und beobachte Dein Pferd.

Nicht selten beginnen Pferde abzuschnauben oder tiefer zu atmen, sobald der Reiter seinen eigenen Atem frei fließen lässt.

Ein Zeichen der Losgelassenheit beim Pferd ist der fließende Atem. Nur wenn auch der Reiter seinen Atem frei fließen lässt, kann das Pferd seine eigene Losgelassenheit leichter herstellen.

Durch den gleichmäßigen Rhythmus Deines Atems kannst Du auch den Takt Deines Pferdes verbessern. Pferde reagieren sehr gut auf gleichmäßige Rhythmen – sowohl in der Hilfengebung als auch im Atem.

Natürlich kannst Du diesen Atemrhythmus auch in die anderen Gangarten übernehmen.

Besonders hilfreich ist diese Übung beim Einreiten in eine Prüfung oder in Situationen, in denen Du Schwierigkeiten erwartest – zum Beispiel, wenn ein Rasenmäherroboter in Eure Nähe kommt oder ein Hund hinter einem Zaun bellt.

Beginne frühzeitig mit dem Atemrhythmus von vier Schritten ein und vier Schritten aus. So kannst Du in Dir und Deinem Pferd Gelassenheit aufbauen.

Du lebst Deinem Pferd Gelassenheit vor und entschärfst dadurch Situationen für Euch beide.

Das funktioniert genauso in der Bodenarbeit oder beim Spazierengehen.

Pferde spüren sehr genau, wie wir atmen.

Wie beginne ich die Reiteinheit? Teil 1

Wie beginne ich die Reiteinheit? Teil 1

Wenn deine Pferd von der Koppel kommt und durch die Bewegung mit der Herde seine Gelenke gut geölt sind und seine Muskeln bewegt, und du ein paar Ttouch gemacht hast, die es brauchte, kannst du normalerweise direkt aufsteigen.

Hat dein Pferd nur eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten und steht mehr, wenn du nicht da bist, führe es erst ein bisschen bevor du aufsteigst und lausche seinen Schritten. Beobachte währenddessen, ob alles in Ordnung ist, wie es atmet, wie frei es schreitet, wie es den Kopf trägt, wie es ihm geht.

Danach steige ich auf und reite zuerst einmal im Schritt am hingegebenen Zügel. Dabei checke ich schon mal die 4 Bausteine (nach Sally Swift).

Welches sind die 4 Bausteine?

Der 1. Baustein sind weiche, umfassend blickende Augen.

Es ist erstaunlich, zu beobachten was sich alles verändert, wenn man das Genick fokkusiert, oder ob man mit einem weichen, umfassenden Blick nach vorne schaut. Viele Reiter schauen meistens nach unten, um zu sehen, wo der Kopf ihres Pferdes gerade ist. Dabei entsteht oft ein Tunnelblick, der uns das Umfeld nicht mehr richtig wahrnehmen lässt. Dabei verliert man nicht nur die anderen Reiter aus dem Blick, (wenn man nicht alleine reitet) sondern auch das Gefühl für den eigenen Körper und die Bewegung des Pferdes. Wenn unsere Augen einen Punkt fixieren, kann auch der Atem nicht mehr frei fließen. Schaut man jedoch nach vorn, beim Reiten von Bahnfiguren z.B. auf seinen Zielpunkt, kann man den Blick weich und weit stellen, so dass man fast 180 ° erfassen kann.

Mit diesen weichen Augen reitet man nicht nur die Linien korrekter, sondern kann sich selbst besser spüren und der Bewegung des Pferdes besser folgen und somit auch mehr Losgelassenheit erreichen.


Mach mal ein Experiment:

weiche Augen

Reite einfach mal ganze Bahn und fühle, wie gut du Deine Füße im Steigbügel fühlst, wie Du Deine Sitzbeine im Sattel wahrnehmen kannst und wie rund die Bewegung Deines Pferdes ist. Spüre, wo Dich dein Atem bewegt und nachdem du das wahrgenommen hast, schau für einige Schritte genau auf die Ohren oder das Genick Deines Pferdes, so wie Du es vielleicht von Deinem Reiten auch schon kennst und beobachte, wie sich dabei die Wahrnehmung der Füße, der Sitzbeine, der Pferdebewegung und Dein Atem verändert.

Dann ändere es wieder und schau in die Ferne mit einem weichen, entspannten Blick. Bemerkst du die Veränderung in Deiner Wahrnehmung für dich selbst und dein Pferd.

Spürst du wie du angespannter wirst, wenn dein Blick fixiert ist, deine Sitzbeine sich härter anfallen, die Wahrnehmung der Füße vielleicht sogar verloren geht.

Manche fühlen sich härter werden, andere verlieren das Gefühl für Füße und Sitzbeine, wenn sie sich fixieren. Mit den weichen Augen werden auch unsere Muskeln wieder frei und beweglich. Dadurch fühlen wir mehr, denn angespannt Muskeln können nicht gut fühlen. Die Fixierung der Augen fixiert auch den Brustkorb und damit auch den Atem.

Wann fühlt sich die Bewegung Deines Pferdes runder und fließender an? Wenn Du in die Ferne schaust oder wenn Du das Genick fixierst? Wahrscheinlich kannst Du bemerken, wie dein Pferd deiner Fixierung folgt und die Bewegungen härter, unrunder werden, im Trab dann auch unbequemer zu sitzen., wenn dein Blick die Ohren fixiert, oder das Genick.

Der weite, weiche Blick nach vorne erlaubt uns auch unseren Kopf über der Wirbelsäule zu tragen, anstatt ihn hängen zu lassen, als würde man auf ein Handy schauen. In vielen Studien wurden schon die Nachteile aufgeführt, wenn man diese aufs Handy schauen-Haltung einnimmt.

Genauso ist es, wenn man auf den Pferdehals schaut. Eine aufrechte Haltung ist so nicht möglich. Man nimmt wenig wahr. Der weiche, umfassende Blick gibt uns die Möglichkeit, uns leichter aufzurichten und sowohl uns, als auch das Pferd umfassend zu spüren.

„Die einzig wahre Wissenschaft ist das Experiment“ sagt Dr. Manfred Winterheller, darum probiere es am Besten gleich mal aus und fühle selbst. Lass dir ruhig Zeit und wechsele den Blick nicht schneller als alle 10 – 20 Schritte.

Bleib dran, die andern Bausteine kommen noch!

Bones for life – für ReiterInnen

Nur wenn der Körper gut organisiert ist und alle Körperteile harmonisch zusammenarbeiten, können die Kräfte sicher durch das Skelett geleitet werden. Deshalb widmet sich ein großer Teil des „Bones for life“ Programms der Entwicklung einer mühelosen Aufrichtung, einer guten Koordination und einer Bewegungsqualität, die Belastung überhaupt erst sinnvoll macht.

Die Übungen orientieren sich an Bewegungsmustern, die sich in der Evolution über Millionen von Jahren bewährt haben. Gleichzeitig entsteht ein geschützter Lernraum, in dem jeder Mensch entsprechend seiner Möglichkeiten lernen kann – unterstützt durch einfache Hilfsmittel wie eine Wand, eine Rolle oder die Bones Wraps.

Ruthy Alon schreibt:

„Wenn sich eine dynamische Bewegung mühelos durch die gesamte Körperachse entfalten kann, entstehen Freude an der Bewegung, neue Bewegungsbereitschaft und ein biologischer Optimismus. Diese gesteigerte Vitalität ist der wichtigste Nutzen des Programms.“

Ich finde, genau darin liegt die Besonderheit von Bones for Life®. Es ist ein Lernprozess, der die Organisation des ganzen Menschen verbessert. Mehr Aufrichtung, mehr Sicherheit, mehr Bewegungsfreude und mehr Vertrauen in den eigenen Körper sind häufig die ersten Veränderungen, die Menschen wahrnehmen. Die stärkeren Knochen sind dann eine natürliche Folge dieser verbesserten Organisation.

Heute Abend um 20 Uhr, bzw. morgen um 9 Uhr, beginnt der neue Online Kurs, mit Übungen bei dir zu Hause, die dein Reiten nachhaltig verändern können.

#Bonesforlife#reiten#Sitz#Aufrichtung#Losgelassenheit