Ein Impression Pad (oder auch die Selbstbauanleitungen Carola Pad, die man im Internet findet), ein weißes Tuch oder eine weiße Schabracke können nach dem Reiten gut angesehen werden, um Druckunterschiede des Sattels festzustellen.

Saubere Stellen im Schulterbereich weisen auf zu hohen Druck hin. Dort wird der Muskel vom Sattel so stark gedrückt, dass er sich nicht mehr darunter bewegen kann. Wenn der Muskel sich nicht bewegt entsteht keine Reibung und der staub bleibt im Fell. Meist am hinteren Ende findet man dunkle Stellen, dort reibt der Sattel dann zu viel und so kommt viel Staub in die Decke, oder das weiße Tuch. So wurde früher, vor 40 – 50 Jahren, ein Sattel beim Kauf getestet.
Im Sommer kann man sich auch gut das Schweißbild anschauen um zu sehen ob der Sattel gleichmäßig liegt, oder nicht.
Auch mit dem Reiter im Sattel muss man unter der Kammer durchstreichen und das gesamte Schulterblatt umstreichen können – zumindest beim englischen Sattel. Westernsättel liegen meist über der Schulter. Doch durch den anderen Baum können die Schultern dennoch frei bleiben.
Das Impression Pad oder auch das weiße Tuch können euch jedoch zeigen, ob der Druck so verteilt ist, dass sich das Pferd darunter frei bewegen kann, oder ob die Schultern zusammengedrückt werden.
Auch der Wirbelkanal muss frei sein. Hier sollte idealerweise eine etwa handbreite freie Linie von vorne bis hinten sauber zu sehen sein. Neben der Wirbelsäule braucht das Pferd auf jeden Fall ein bis zwei Finger Platz, um sich schmerzfrei biegen zu können. Liegt der Sattelbaum seitlich direkt an den Dornfortsätzen an, entsteht bei der Biegung Druck. Das versucht das Pferd natürlich zu vermeiden.
Wichtig ist außerdem, dass die Wirbelsäule auch nach oben frei ist. Das prüfen viele – allerdings nicht mehr während oder nach dem Reiten. Dabei kann sich das schon nach wenigen Minuten im Sattel verändern.
im vorderen Bereich kann man oft noch selber rein fassen, vom Sattel aus, jedoch nicht weit.
Hier braucht man einen Helfer für den Test.
Lasst ihn eine Gerte von hinten nach vorne in den Wirbelkanal des Sattels einführen, während ihr im Sattel steht.
Wartet, bis die Spitze vorne herauskommt. Legt sie mittig und dann setzt euch hin und lasst ihn prüfen ob er die Gerte wieder herausziehen kann. Lässt sie sich nur schwer oder gar nicht herausziehen, drückt der Sattel auf die Wirbelsäule.
Wichtig ist natürlich auch, das Kammern nicht zu vergessen. Das bedeutet, die Satteldecke vorne und hinten gleichzeitig nach oben und außen in die Wirbelsäulenfreiheit zu ziehen, sodass keine Spannung der Decke auf den Wirbeln liegt. Besonders hinten wird das oft übersehen.
(Fallgeschichte Laura / Isi)
Im Idealfall hat man ein möglichst gleichmäßiges Schmutzbild beziehungsweise einen gleichmäßigen Abdruck im Pad.
Sieht man weiße Stellen in der Mitte des Sattels, also zwischen Vorder- und Hinterzwiesel, liegt der Sattel dort oft hohl. Das bedeutet, dass der Druck nur vorne und hinten getragen wird, in der Mitte jedoch nicht. Das passiert häufig, wenn der Schwung des Sattels nicht zum Rücken des Pferdes passt.
All diese kleinen Punkte sind entscheidend für die Schmerzfreiheit und Tragfähigkeit eures Pferdes.
Und wie gesagt: Nicht immer ist der Sattler schuld. Manchmal ist es auch der Sitz des Reiters, der den Druck verursacht.
So oder so lohnt es sich immer, die Passform regelmäßig zu überprüfen. Pferderücken verändern sich – zum Beispiel, wenn das Pferd abnimmt oder zunimmt , Muskulatur verliert oder aufbaut.
Sattler lernen sehr viel über die Bearbeitung von Leder, aber nicht unbedingt viel über Pferde und Biomechanik. Deshalb wissen sie manchmal nicht, wo sich noch weitere Ursachen finden oder Veränderungen sinnvoll sein könnten.
Gerade das Impression Pad kann durch seinen 3D-Effekt sehr hilfreiche Informationen liefern. Aber auch ein weißes Tuch oder eine weiße Schabracke können euch bereits wertvolle Hinweise geben.
