Let’s make it easy – den Rücken lösen, Takt erhalten!
Im Schritt, noch am hingegebenen Zügel, beginne ich, erste Wendungen zu reiten, um zu spüren, dass mein Pferd und ich eine Einheit sind und wie gut es meinen Wünschen folgen kann.
Dieses Schrittreiten, mit den Vorbereitungen die ich in den vorangegangenen Postings erklärte, ist also nicht nur ein Aufwärmen, sondern ich stelle unsere Grundbalance her und investiere in unsere physische Verbindung, während ich gleichzeitig prüfe, ob wir beide startklar sind, also im Gleichgewicht, verbunden und beweglich.
Dann beginne ich, in einer entlastenden Sitzart zu traben. Zu langes Schrittreiten macht Pferde oft fest im Rücken, der Trab lockert mit seiner diagonalen Bewegung und dem Schwung wieder auf.
Ich schätze den Entlastungssitz, da er meine Balance und Losgelassenheit zugleich prüft und fördert und dem Pferd die Möglichkeit gibt, den Rücken frei und ungestört nach oben zu bewegen. Ich stütze mich dabei allerdings nicht auf, sondern achte darauf zentriert zu bleiben, so dass wir weiterhin unsere Körperschwerpunkte übereinander haben.
Das Leichttraben muss balanciert sein, mit Füßen unterm Becken, sonst fällt man leicht etwas zurück in den Sattel und das taktet das Pferd, im negativen Sinne, d.h. man stört den Takt, wenn man den Sattel nicht nur sanft „küsst“. Währe der Sattel ein weich gekochtes EI, sollte er das unbeschadet überstehen.
Zum Abwenden und zum Entlastungssitz folgen weitere Artikel, die ihr auch im Blog meiner Homepage finden könnt.
Foto 1 : 17 jähriger #Lusitano Wallach, der wieder in die Freude beim Reiten und in die Rückentätigkeit finden durfte.
Den Trab beginne ich gern im Entlastungssitz. Dafür nehme ich die Zügel etwas mehr auf, damit sie nicht zu stark schwingen. Ich lasse sie aber weiterhin lang – nur eben nicht hingegeben.
Der Entlastungssitz ist eine Sitzposition, bei der der Reiter den Oberkörper leicht nach vorne neigt und das Becken entsprechend nach hinten bringt. Man kann sich sogar vorstellen, man wolle sich hinter den Sattel setzen und dabei gerade so über dem Sattel schweben, damit man wirklich mit dem Schwerpunkt über dem des Pferdes bleibt.
Wie weit man sich nach vorne neigt oder ob man nahezu aufrecht bleibt, hängt sehr stark vom Pferd ab.
Bei einem Pferd mit wenig Rückenbewegung, wie einem Andalusier oder vielen Quarter Horses und Isländern, braucht es gegenüber dem Aussitzen nur eine geringe Veränderung. Reitet man dagegen ein Pferd mit viel Rückenbewegung, das gleichzeitig noch dazu neigt, auf der Vorhand zu laufen, muss man sich oftmals stärker einfalten, um die Bewegung durch den eigenen Körper schwingen zu lassen.
So verhindert man, nach vorne zu fallen und sich mit den Knien festzuhalten. Bleibt man selbst in der Mitte kommt auch schon so manches Pferd von der Vorhand ins Gleichgewicht.
Der Entlastungssitz wurde früher grundsätzlich zum Einreiten junger Pferde, der sogenannten Remonten, empfohlen und heißt deshalb auch Remontesitz.
Doch auch beim Traben über Stangen ist er grundlegend empfehlenswert oder beim Reiten in unwegsamem Gelände, um dem Pferd die Möglichkeit zu geben, seinen Rücken frei zu organisieren.
Und ebenso wie man damit den Rücken eines jungen, noch nicht trainierten Pferdes dazu bringen wollte, sich unter dem Reiter gut zu bewegen, kann man ihn auch bei Reitpferden einsetzen, deren Rückentätigkeit verbessert werden soll.
Außerdem ist es die Sitzart, die am schnellsten zu lernen ist, das Pferd am wenigsten stört und mit der man bereits sehr viel reiten kann – zumindest im Bereich der Grundlektionen.
Wenn Reitanfänger zu mir kommen, lernen sie diesen Sitz zuerst. Meist können sie schon am Ende der ersten Reitstunde damit locker und leicht durch die Bahn traben oder mit mir auf einem Handpferd ins Gelände reiten. Selbst wenn jemand mit 60 oder 70 Jahren zum ersten Mal auf dem Rücken eines Pferdes sitzt, kann das schnell und angenehm gehen – für alle Beteiligten. Foto 2: Junger Quarterhorse Wallach in lösenden Übungen
Wichtig: Bevor du bei dir selbst beginnst, Schiefe zu korrigieren, stell sicher, dass dein Sattel mittig liegt. Vorne kannst du das, je nach Pferd, selbst recht gut sehen, indem du schaust, ob der Mähnenkamm genau in die Mitte des Sattels führt oder etwas seitlich. Bei Isländern oder anderen Rassen mit dicken Puschelmähnen ist das manchmal etwas schwieriger, aber auch möglich.
Manchmal rückt man den Sattel gerade und drei Schritte später ist er schon wieder schief. Das kann daran liegen, wie du sitzt. Der Sattel kann aber auch selbst schief sein und natürlich kann auch dein Pferd schief sein.
Am Einfachsten ist es erst mal, den Sattel wieder in die Mitte zu schieben und den eigenen Sitz zu optimieren. Manches Pferd beginnt gerader zu werden, wenn der Reiter darauf achtet, in der Mitte des Pferdes zu sein.
Wenn du immer wieder nach ein paar Schritten merkst, dass der Sattel und du rutschen, dann setz dich ein Stück weit zur andern Seite, neben die Mitte des Sattels.
Also: Wenn dein Sattel nach rechts rutscht, setzt du dich ein wenig weiter nach links. So, dass du zwar nicht in der Mitte des Sattels sitzt, aber mittig über der Wirbelsäule deines Pferdes. Manchmal braucht es nur wenige Minuten und das Pferd ändert die Orientierung um den Brustkorb und der Sattel und du bleiben mittig..
Manche Gangpferde, wie Isländer, haben schon mal besonders gute Fähigkeiten, ihren Brustkorb zu verdrehen und den Reiter nach der einen oder anderen Seite herunterzusetzen, selbst wenn sie gleichmäßig auf ihren vier Beinen stehen.
Bei solchen Pferden hilft das nicht unbedingt, da sie dann einfach zur anderen Seite wechseln. Es ist keine eigentliche Schiefe sondern eine Fähigkeit der Verdrehung, die sie zu beiden Seiten nutzen.
Da ist es dann besser, sich auf ein Geradeaus zu konzentrieren, also weniger in die Korrektur einer Seite zu denken als an ein klares Gerade.
So, als würden die Sitzbeine auf zwei Schienen laufen und auch die Beine des Pferdes. Die Wirbelsäule des Pferdes läuft dann vom Schweif bis zum Kopf genau zwischen diesen Schienen.
Diese deutliche Gerade gibt diesen Pferden die nötige Stabilität, lässt sie eine tragfähige Verbindung zwischen Hinterhand und Vorhand entwickeln und das lässt uns dann auch leichter mittig sitzen.
Korrekte Hufschlagfiguren sind hier auch ein großes Plus für diese Stabilität der Verbindung.
Kurzfristig mal ungeplantesAbwenden oder eine schlingernde Linie verstärken die Unbalancen..
Vorausschauendes Reiten mit überlegten Hilfen und geraden Linien, unterstützt die Balance des Pferdes und deine eigene.
Unsere Knochen sind lebendiges Gewebe. Sie reagieren auf Bewegung, auf leichten Druck und auf die Art, wie wir unseren Körper im Alltag benutzen.
Bones for Life® lädt dazu ein, genau das zu erforschen.
Mit einfachen, sanften Bewegungen entsteht mehr Bewusstheit für den eigenen Körper. Die Aufrichtung kann sich verändern, Bewegungen können leichter werden und Stabilität kann sich entwickeln.
Wir arbeiten mit Bewegung, leichtem Druck und manchmal auch mit einem langen Baumwolltuch.
Dabei geht es nicht um Leistung, sondern um Wahrnehmung:
Wie kann ich mich so bewegen, dass mein Körper sich gut organisiert?
Ein Kurs zum Ausprobieren, Entdecken und Spüren.
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Ich freue mich auf dich!
Das Foto zeigt Ruthy Alon, die Frau die Bones for life entwickelte und bis ins hohe Alter unterrichtet hat
Sind beide gleich deutlich? Ist einer spitzer oder flacher? Sind sie gleich weit von der Wirbelsäule des Pferdes entfernt? Ist eines weiter vorn als das andere?
Balanciert bist du, wenn sie sich gleich anfühlen, gleich weit von der Wirbelsäule des Pferdes entfernt und nebeneinander sind.
Ist ein Sitzbeinhöcker präsenter, dann lege deine Hand eine Weile unter den, der sich schwächer anfühlt. So für eine halbe Bahn. Wenn du die Hand wieder herausnimmst, kann es sein, dass es sich genau umgekehrt anfühlt. Dann leg einfach noch einmal eine Hand unter den anderen, für eine Weile.
Wenn das nicht so deins ist, kannst du auch einen Arm nach oben nehmen, neben den Kopf.
Dazu führst du deine Hand mit dem kleinen Finger zum Körper gedreht, vom Nabel aus nach oben. Achte darauf, genau in der Körpermitte zu bleiben. Streichle über deinen Körper. Diese kinästhetische Information stärkt das Gefühl, die Mitte zu finden.
Über dir geht die Hand dreht sich der Arm dann und der Oberarm liegt neben dem Ohr. Der Daumen zeigt nach hinten, die Fingerspitzen nach oben .Du musst ihn nicht strecken, einfach locker nach oben längen.
Lass ihn eine Weile oben und spüre, ob sich etwas an den Sitzbeinen ändert. Meist hilft es, den Arm zu heben, der auf der Seite des weniger zu spürenden Sitzbeines ist. Aber keine Regel ohne Ausnahme. Probiere für dich aus, welcher dir wirklich hilft. Manchmal ist es auch der diagonale Arm.
Wichtig ist, den Arm auch wieder auf genau dem gleichen Weg über die Körpermitte zurückzuführen. Nur dann kannst du gerader werden. Führst du ihn über die Seite, macht es dich vielleicht sogar schiefer.
Wenn du Lust hast und genug Vertrauen in dein Pferd, kannst du natürlich auch mal beide Arme nach oben längen. Ich mache das sehr gern im Trab, weil es einen oftmals leichter aussitzen lässt, wenn man noch nicht ganz locker ist.
Später reicht es, die Arme in der Vorstellung zu heben, wenn man etwas Übung darin hat.
Dann kann man es sogar auf dem Turnier nutzen, wenn man eine kleine Schiefe bemerkt.
In den Wendungen kannst du auch den inneren Arm heben, um leichter aufrecht zu bleiben.
Probiere aus was dir am Besten hilft. Denk dran, kein Strecken, nur ein Längen, dass sich deutlich auf Rippen und Hüftgelenke auswirkt.
„Ich sitze viel besser auf dem Pferd, der Trab ist so leicht und einfach geworden. War bei Feldenkrais auch schon gut jedoch mit BFL ist nochmal ein ganz anderes Gefühl in Sachen länge und Aufrichtung dazu gekommen. Danke dafür!
Liebe Grüße Julia“
u.a. berichtet mir gerade eine Teilnehmerin, die so zwischen 60 und 70 Jahre alt ist, dass sie auf einem bockenden Pferd saß und keine Probleme hatte oben zu bleiben. Sie fühlte sich stabil und sicher und ist sich sicher, dass es durch die Teilnahme am Bones for life Kurs kommt.
Eine andere berichtete dass sie sich viel länger und aufgerichteter fühlt, vor allem im unteren Rücken und im Nacken.
Eine andere sagte sie hat das Gefühl ihr Körper organisiert sich ganz neu und bewegen wird so leicht, was zu den Erfahrungen einer Teilnehmerin in dieser Woche passte, die sagte sie gehe wie auf Wolken.
Ach ich liebe es, wenn die Dinge aus meinen Kursen direkte Anwendung finden und Pferden und Menschen das Leben schöner machen.
Basti organisierte letztes Wochenende einen 3 Tages Kurs mit mir in Bayern und nutze gleich erfolgreich die Ttouch in einer Notsituation. Er schrieb:
„Liebe Anke,
danke nochmal für den tollen 3 Tages Kurs und die Einführung in die Tellington-Methode.
Es hat sich ergeben, das ich am Tag nach dem Kurs das Pferd einer Freundin wegen einer Augen-OP in die Klink fahren musste. Das Pferd wird nicht oft gefahren und vor allem wenn der Hänger steht kann da schon Mal Panik und heftige Reaktion kommen. Leider mussten wir bei der Klink vorm ausladen etwas warten und ich habe das Pferd dann im Hänger betreut.
Als er anfing in die Panik zu gehen, war ich froh, dass ich mich an die von dir vermittelten TTouches aus dem Kurs erinnern konnte. Der Wallach konnte sich super gut darauf einlassen, ist bei mir und bei sich geblieben und der Stress ist deutlich sichtbar von ihm abgefallen. Selbst im kritischsten Moment wo auf dem Parkplatz hinter dem Hänger ein Pferd auf dem Schotterboden longiert wurde, konnte ich ihn dank der TTouches helfen, die Situation entspannt und gelassen zu meistern.
Ich war einfach sehr sehr dankbar, das Pferd so gelassen durch die Situation begleiten zu dürfen. Es war schön nicht nur hoffend daneben zu stehen, sondern ein Vorgehen zu haben, mit dem ich gut helfen konnte. So fühlte ich mich in der Lage positiv zu unterstützen und musste nicht hilflos werden. Das war eine super Erfahrung und da wollte ich mich einfach nochmals herzlich bedanken und war einfach beeindruckend von der Wirkung auch in einer solchen Stresssituation bei einem Pferd, wo ich auch weiß, dass noch nie TTouches angewendet wurden und dennoch eine starke Wirkung entfaltet haben.
Ganz liebe Grüße
Bastian
PS: dank des angelegten Körperbandes bei mir war auch die Fahrt in die Klinik mit entspanntem Rücken möglich – das ist bei längeren Fahrten sonst oft ein Thema
Das Bild ist natürlich KI generiert. Wer denkt schon in so einem Moment ans fotografieren?