„So wertvoll sind meine neuen Entdeckungen, die ich in aus den Feldenkrais-Lektionen mitnehmen darf.
Zum Beispiel das Finden und Spüren meiner Achse.
Das klingt so banal, aber gibt mir so viel Qualität und Leichtigkeit beim Reiten, Schwimmen und im sonstigen Alltag, dass ich sofort merke, wenn ich sie verloren habe und sie wieder suche bevor ich weiter mache.
Oder meine Aufmerksamkeit aufs Atmen. Ein weiches Atmen das mit der Bewegung synchron verlaufen darf. Das gelingt mir im Alltag oft noch nicht, aber mit meiner Aufmerksamkeit darauf immer besser (auch hier beim Schwimmen, bewussten Gehen u.ä.) und meine Bewegungen sind weniger anstrengend und beim Reiten empfinde ich eine Logik in den Bewegungsabfolgen.
Oftmals auch das Gefühl danach mehr Energie zu haben. Als hätte ich mich in der Bewegung stellenweise etwas ausruhen/entspannen können.
Danke Anke Recktenwald BKB Pferd & Mensch in Balance in Balance das du Feldenkrais in diesem Format anbietest. Es passiert so viel Gutes in mir während und durch die Einheiten und dein Anleiten“
Kennt ihr das, wenn etwas Blödes geschieht, und man ärgert sich und weiß manchmal erst gar nicht weiter und dann entsteht genau daraus etwas ganz Wunderbares?
So ging es meiner Schülerin Laura.
Ihre Freibergerin stand eine recht weite Strecke weg und gehörte ihr zusammen mit 2 andern Reiterinnen, so dass sie regelmäßig geritten wurde, auch wenn Laura nicht immer kommen konnte.
Als Mutter von 2 kleinen Kindern war ihre Zeit immer ein bisschen knapp.
Laura begann mit mir zu arbeiten und lernte ihre Stute neu kennen und schätzen. Leider waren die Mitreiter nicht interessiert.
Dann verletzte sich die Stute und kam zuerst in eine Klinik. Dann sollte die Verletzung intensiv versorgt werden, was sie nun in dem Stall nicht mehr leisten konnten.
Laura fand einen Stall in ihrer Nähe, so dass sie auch mehrmals täglich hin fahren und sich um ihr Pferd kümmern konnte.
Den Andern war das nun zu aufwenig und sie wollten die Stute nicht mehr haben.
Laura übernahm sie ganz. Sie war erst etwas verzweifelt, wie sollte sie das alleine schaffen? Doch inzwischen war ihr die Sute so ans Herz gewachsen, und ihr Wohlergehen so wichtig, dass sie einfach weiter Lösungen suchte. Auch neue Reitbeteiligungen, doch nun erkannte sie, das ihre Stute sich mit denen nicht so wohl fühlte, denn auch die wollten einfach nur reiten, ohne in Beziehung mit der Stute zu gehen.
Laura begann ihre beiden kleinen Jungs mitzunehmen, sie hatte inzwischen gerlernt, dass ihre Stute freundlich war, und eigetnlich keine Gefahr für kleine Kinder. Die Jungs verliebten sich bald in die Stute. Und das beruhte auf Gegenseitigkeit. Es schien als hätte die Freibergerin nur darauf gewartet Teil einer Familie zu werden. Sie ist so achtsam mit den kleinen Jungs, 2 und 4 Jahre, ist so gern mit ihnen zusammen und geniest die Liebe und das Gesehen werden von der ganzen Familie. Laura, die immer weiter lernt ihr Pferd besser zu verstehen und zu sehen und ihr Gutes zu tun, spürte wie sich ihre Bindung vertiefte und das die Stute sie immer schon erwartete, wenn sie kam.
Als wir nun Unterricht vor Ort hatten, war die Familie dabei.
Und ich war so berührt wie die Stute mit den Jungs interagiert. Sie versuchte sogar ihnen zu helfen den Tellington Lernparcours aufzubauen. Leider hab ich kein Foto, wie sie die Stange ins Maul nimmt, als wolle sie sie positionieren helfen.
Die Jungs kennen auch schon Namen von TTouch und Führpositionen, da sie immer mit lernen, wenn Mama übt.
Am Ende sind sie dann auch noch ohne Sattel geritten und haben altersgerechte Vertrauensübungen auf dem Rücken der Stute gemacht, die alles wunderbar ruhig tolerierte und die Freude der Jungs ebenso zu genießen schien, wie ich.
Was für ein Geschenk für ein Pferd, wenn es von einem Freizeitpferd, für 3 ganz verschienden Leute, zu einem Familienpferd wird. Auch ein Geschenk für die Familie, ein solches Pferd zu haben, das mit Körper, Geist und Herz bei allem gern dabei ist.
Laura freut sich noch immer, wenn sie eine Reitbeteiligung findet, aber nur Jemanden mit einem Tellington Herz
Innere Bilder im Reitunterricht – was bedeutet das eigentlich?
In meinem Reitunterricht arbeiten wir zu einem großen Teil mit inneren Bildern. Doch was heißt das genau? Es gibt verschiedene Wege, die alle wertvoll sind – und die ich auch alle einsetze:
Mentaltraining Hier geht es um das bewusste Vorstellen eines gewünschten Ablaufs. Zum Beispiel: eine klar gerittene Linie, ein gleichmäßiger Rhythmus, eine ruhige Hand. Das unterstützt vor allem Orientierung, Fokus und Sicherheit. Mentaltraining ist auch großartig um seine Emotionen neiu zu definieren, aus Angstreaktionen Gelassenheit werden zu lassen und vieles mehr.
Ideokinetische Bilder (Bewegung über Vorstellung) Diese wirken auf einer anderen Ebene. Hier wird nicht versucht, etwas aktiv zu „machen“, sondern dem Körper ein Bild angeboten, über das er sich selbst organisiert. Das ist ein entscheidender Unterschied. Denn viele klassische Korrekturen im Reiten führen – trotz guter Absicht – häufig zu mehr Spannung: „Schultern zurück“, „Absatz tief“, „mehr treiben“, „ruhige Hand“ Der Körper reagiert dann oft mit Halten statt mit Bewegung. Ein passendes inneres Bild hingegen kann genau das Gegenteil bewirken: Es verändert den Muskeltonus, ohne dass bewusst eingegriffen wird.
Hintergrund ist die Wirkung auf die neuromuskuläre Steuerung: Stark kontrollierende, zielgerichtete Gedanken erhöhen häufig die Grundspannung. Offene, bildhafte Vorstellungen ermöglichen Koordination und Losgelassenheit.
Kleiner Profi-Tipp Wenn ein Bild nicht funktioniert, ist es nicht falsch – es passt einfach gerade nicht zu dir.
Dann finden wir ein anderes. Und genau darin liegt für mich die Qualität: gemeinsam ein Bild zu finden, das genau in deinem Körper richtig ankommt.
Durch meine über 40 Jahre Erfahrung im Unterrichten mit inneren Bildern habe ich ein großes Repertoire entwickelt. Und wenn eines nicht passt, finden wir ein neues. Manchmal sind es 10 Wege – und manchmal entsteht eben der 11. Weg
Foto. Das innere Bild eine Tanne zu sein, die sich nach unten verwurzelt und nach oben wächst, ohne sich zu strecken, hilft vielen in einen aufrechten, losgelassenen Sitz Du musst nichts halten. Du musst nichts machen. Du lässt dich tragen – von deiner Struktur. Die Wurzeln beginnen ab der Körpermitte und von dort aus wächst du auch nach oben. Doch, wie ein Baum, auch ein wenig rundherum, in alle Richtung.
Kennst du das? Man versucht alles richtig zu machen… und erreicht genau das Gegenteil.
Bild 1: Falsch verstandene Aufrichtung Aufrichten heißt nicht „strecken“.Beim Gedanken Brust raus: • wird der Rücken hohl und fest • die Schultergelenke kommen hinter die Hüftgelenke • Atmung wird flach, die Hand fest
Bild 2: Absatz tief „Absatz tief!“ – ein Satz, den wir alle kennen.
Aber: Zu viel Druck im Sprunggelenk blockiert die Federung im ganzen Bein. • Fuß ist unterm Knie, statt unter das Becken • Hüft-, Knie- und Sprunggelenk werden fest – Federung wird unmöglich • ein losgelassener Sitz ist kaum möglich
Bild 3: Hände zu weit vorne & unten Viele Reiter strecken die Hände bewusst nach vorne-unten, um „weich“ und nachgiebig zu sein. Doch genau dadurch geht die Nachgiebigkeit verloren: • die Feinmotorik der Hände verschwindet • Schultern runden nach vorne • der Rücken spannt an, um nicht nach vorne zu fallen • die Hüfte blockiert
Zusätzliches Problem bei Bild 1 & 2: Es entsteht punktueller Druck auf den Pferderücken → das Pferd kann den Rücken nicht mehr aufwölben.
Die Lösung liegt nicht im „anstreben“, sondern im spüren lernen. Wer spürt versteht!
Genau darum geht es in meinen Reitkursen mit Sitzschulung Spüren – Vergleichen – Verstehen mehr Leichtigkeit, echte Verbindung und feine Hilfen.
„Jetzt ist er wieder stur.“ „Zeig ihr, wer der Boss ist.“ Solche Sprüche hört man oft in der Reiterwelt. Das Pferd gilt als dominant, bockig oder ungehorsam — und wir sollen es bloß nicht „gewinnen“ lassen.
Doch wie Robyn einmal sagte: Was ist hier eigentlich zu gewinnen?
Wenn ein Pferd nicht tut, was wir möchten, fragen wir selten: Was hat es davon? Wenn es ungehorsam ist folgen unangenehme Bewegungen, Schimpfen, wir machen Druck. Warum sollte das Pferd diesen unangenehmen Weg wählen, wenn Gehorsam einfacher wäre?
Manche sagen: „Dann darf es zurück zur Herde und fressen.“ Doch Pferde fressen zwar gern, aber nicht rund um die Uhr. Sie leben gern in einer Herde auf der Weide, doch auf Dauer ist auch das langweilig. Wichtiger ist die Frage: Warum ist es für das Pferd schöner, woanders zu sein als bei uns?
Bei diesem Kampf gibt es keine Gewinner. Der Mensch erreicht vielleicht sein Ziel — doch Vertrauen geht verloren. Für das Pferd bleibt die Erfahrung, nicht gesehen, gehört oder verstanden zu werden.
Und was gewinnt der Mensch? Jemandem gezeigt zu haben, wer hier überlegen ist? Das wissen die Pferde schon. Wir bestimmen ihren kompletten Alltag. Ist das es Gefühl, dass du suchst, wenn du zum Pferd gehst?
Für mich bedeutet Arbeit mit Pferden eine Win-Win Situation zu schaffen. Das Bedeutet: Wir beide gewinnen. Wenn ein Pferd nicht mitmacht, werde ich zum Detektiv und suche nach Ursachen:
Hat es Schmerzen oder körperliche Probleme?
Hat es die Aufgabe wirklich verstanden?
Hat es Angst?
Ein Pferd, das sich gesehen und unterstützt fühlt, wird zum verlässlichen Partner. So oft hab ich es erlebt. Wenn das Pferd erkennt dass ich auf sein Wohlergehen achte, dann achtet es auch auf meins. Wir Menschen treffen sowieso alle Entscheidungen: Haltung, Training, Futter, Gesellschaft etc. wir entscheiden ALLES. Lasst uns Entscheidungen treffen durch die beide Seiten glücklicher werden – bei denen sich das Pferd ebenso als „Sieger“ fühlt, wie wir. Daraus entstehen echte Partnerschaften.