Für das Pferd ist es angenehm, wenn wir uns vor dem Satteln ein paar Minuten Zeit für TTouches nehmen.
* Das Lecken der Kuhzunge unterstützt das Gefühl von Verbindung im Brustkorbbereich, fördert die Atmung und kann das Pferd darin unterstützen, den Rücken zu längen. * Schweif-TTouches können bei angespannten Muskeln der Oberlinie für mehr Loslassgelassenheit sorgen und so Beweglichkeit und Tragfähigkeit fördern. * Ohr-TTouches unterstützen Konzentration, Kreislauf und Gelassenheit * Beinkreise lassen sich wunderbar in das Hufeauskratzen einbauen. Sie und andere TTouches an den Beinen wirken – je nach Ausführung – beruhigend oder aktivierend. Sie erden und fördern gleichzeitig die Körperwahrnehmung. Dadurch können sie Stolpern und Schlurfen vermindern. * Der Pythonheber fördert die Entspannung in vielen Bereichen. * Zickzack- und Regenbogen-TTouches wirken dagegen eher aktivierend und wecken das Pferd auf. * Mähne gleiten, senkrecht nach oben ausgeführt, hilft den Hals zu entspannen. * Bauchheber unterstützen den Atem und das Zusammenspiel von Bauch und Rückenmuskulatur Im Video zeige ich euch Bauchheber mit dem Tellington Körperband. Das ist gut für Pferde die viel Streß mit Gurten haben, man fühlt jedoch weniger das Ausdehnen. Das spürt man dann nur im Rücken, unterm Arm, oder sieht es, an den Rippen und an den Rückenmuskeln. Beim Satteln können wir die dann auch gut mit dem Gurt direkt machen. Hast du schon mal den Atem deines Pferdes beim Satteln beobachtet? Hält es die Luft an, oder atmet es ruhig weiter? Wenn es gut weiter atmet kannst du das am Gurt spüren, wenn du ihn annimmst und einen Moment still hältst. (Es gibt nur sehr wenige Reitpferde, die im Brustkorb, insbesondere in der Sattellage, frei atmen.)
Drückt der Sattel – sei es durch mangelnde Passform oder durch den Sitz des Reiters –, halten viele Pferde bereits beim Gurten die Luft an, um der Enge vorzubeugen. Auch so manches Schnappen, am Strick knabbern, Kopf- oder Schweifschlagen beim Gurten, sind Zeichen, das etwas nicht stimmt. Auch ein zu fest angegurteter Sattel, was gerade bei Gummistrippen häufig vorkommt, wird schnell zu eng. Viele Pferde versuchen deshalb schon beim Gurten, ihren Brustkorb anzuspannen, um sich zu schützen. Ein Pferd, das keine Sorge haben muss, dass Gurt oder Sattel seine Atmung beim Reiten behindern, kann auch beim Gurten frei weiteratmen. Dann muss man später oft gar nicht oder nur minimal nachgurten. Hat ein Pferd zuvor schlechte Erfahrungen mit zu engen Gurten oder drückenden Sätteln gemacht, stellt es die Notwendigkeit des Festmachens meist gar nicht mehr infrage und verspannt sich auch, wenn das Problem inzwischen gelöst wurde. Dann können die Bauchheber mit dem Gurt dem Pferd die Möglichkeit geben, noch einmal eine neue Erfahrung zu machen. Interessanterweise hören die heftigen Reaktionen, wie schnappen, Kopfschlagen, Strickbeißen schnell auf, wenn Sattel und Reiten angenehm wird. Bei den Tellington Bauchhebern kann man spüren, wenn die Pferde beginnen, ihren Brustkorb während der Haltephase des Hebers langsam wieder auszudehnen. Anfangs vielleicht nur wenig, doch nach und nach immer mehr – nicht nur zu den Seiten, sondern auch nach unten und oben. Dann kann man beobachten, wie sich der Sattel bei jedem Atemzug leicht hebt. Ich spüre immer hin, wenn ich den Gurt das 1. Mal annehme, ob das Pferd hinein atmet. Tut es das nicht, mache ich so lange Bauchheber bis ich es sehen und fühlen kann. Erst wenn das Pferd wieder frei atmet, gurte ich achtsam nach – und nicht fester als nötig. Auch dann sollte man noch die Finger zwischen Gurt und Brustbein schieben können. Nur so kann sich der Brustkorb zum Atmen und für eine gesunde Bewegung frei ausdehnen. Man glaubte, mit Gummizügen an den Strippen oder am Gurt diese Freiheit herstellen zu können. Meine Beobachtungen zeigen jedoch eher das Gegenteil: Die Gurte lassen sich dadurch sehr leicht zu fest anziehen, und manche Pferde entwickeln gerade deshalb erst Gurtzwang. Beobachtet euer Pferd. Beobachtet sein Wohlgefühl und die Freiheit seiner Atmung. Dann werdet ihr bald erkennen, was es braucht – und was es stört. Und ein Pferd das frei atmet ist gelassener, sicherer und leistungsbereiter. So manch ein Buckler entsteht durch Druck und Enge im Brustkorb.
Das sagen neue Schüler manchmal zu mir, wenn ich sie frage, wonach sie beim Reiten suchen und wobei ich sie unterstützen kann.
Dann frage ich zurück:
Wie willst du reiten, ohne zu denken?
„Alles Handeln beginnt im Denken.“, sagte Moshe Feldenkrais.
Wenn ich nicht darüber nachdenke, was ich als Nächstes reiten möchte, wie ich meinem Pferd mitteile, was ich will, und ihm zuhöre, ob es mich verstanden hat oder noch eine andere Unterstützung braucht – wie will ich dann gut reiten?
„Einfach mal machen“, sagen dann viele.
Okay. Aber was machen? Und noch wichtiger: Wie?
Ohne Plan und Reflexion kann ich nicht gut reiten. Reiten ist für mich ein wacher Prozess, in dem ich achtsam und konzentriert bin – zumindest beim Reiten in der Bahn.
Im Gelände ist das anders. Wenn ich einfach den Wegen folge, nur kurz mit meinem Pferd bespreche, welche Gangart wir wählen, und dann frei vorwärts reite, darf mein Blick schweifen und meine Gedanken auch. Dann kann ich mich ganz dem gemeinsamen Gefühl hingeben.
Doch in der Bahn, wo ich ständig neue Entscheidungen treffe – über Richtung, Gangart, Tempo und Lektion –, wo ich spüren möchte, wie zufrieden mein Pferd ist, wie gesund es sich bewegt und was in diesem Moment für uns beide sinnvoll ist, komme ich nicht weit, wenn ich meinen Kopf ausschalte.
ZER-denken – also alles ständig infrage zu stellen und während des Reitens die unterschiedlichen Lehrmeinungen im Kopf zu diskutieren – ist dagegen tatsächlich ZER-störend.
Das theoretische Abwägen, welcher Ansatz der richtige ist, verlegt man besser auf die Zeit ohne Pferd. Auf dem Pferd zählt die Praxis. Dort zählt das Spüren: Was bewirkt meine Hilfe? Was verändert sich? Was fühlt sich für mein Pferd gut an?
Das Gehirn darf dabei gerne eingeschaltet bleiben.
Nur so kann ich wahrnehmen, was wie wirkt, und mir von meinem Pferd erklären lassen, was ihm guttut und was es stört.
Die Antwort kommt immer. Man muss nur bereit sein, sie mit offenem Geist zu hören.
Und dann darf man auch daran denken, das Gelungene abzuspeichern, damit hilfreiche Wege immer leichter erinnert und wiedergefunden werden.
Automatisch sollte Reiten nie werden. So wenig, wie ich einen liebevollen Dialog mit einem Menschen automatisch führen möchte, so wenig möchte ich den Dialog mit einem Pferd automatisch führen.
Immer achtsam.
Bewusst.
Liebevoll.
Klar.
Respektvoll.
Und das geht nur mit Herz und Hirn.
Also: Denkt ruhig weiter, wenn ihr mit mir reitet.
Dann lohnt es sich, zuerst bei sich selbst nachzuschauen.
Ist dein Pferd schief?
Wie mittig sitzt du im Sattel?
Ist dein Pferd abgelenkt?
Vielleicht ist auch deine Aufmerksamkeit gerade nicht ganz beim Pferd und bei der Aufgabe.
Wir wünschen uns ein Pferd, das sich konzentriert, losgelassen und ausbalanciert bewegt. Dafür muss es aber auch einen Reiter tragen, der sich ebenso bewegt.
Unsere Haltung, unsere Bewegungsgewohnheiten und sogar unsere innere Verfassung haben einen größeren Einfluss, als vielen bewusst ist.
Deshalb beginne ich im Unterricht oft nicht beim Pferd, sondern beim Menschen. Denn verändert sich der Reiter, verändert sich häufig auch das Pferd – ganz ohne zusätzliche Hilfen.
Das ist für mich einer der faszinierendsten Aspekte guten Reitens.
Foto: gleiche Reiterin – gleiches Pferd, an 2 aufeinanderfolgenden Tagen.
die Auswirkung des Sitzes sind deutlich zu sehen, oder?
Ich habe früher geglaubt, dass jedes Loch längerer Bügel ein Zeichen für einen besseren Sitz ist.
Was habe ich die bewundert, die ihre Bügel immer länger machen konnten, während mir beim Aussitzen ständig der Bügel wegrutschte. Ich hielt das für mangelndes Talent.
Was hatte ich für ein Glück, durch Centered Riding zu lernen, was für ein Quatsch das war. Hast du auch so alte „Denkweisen“, über die du heute nur lachend den Kopf schütteln kannst
Nur wenn der Körper gut organisiert ist und alle Körperteile harmonisch zusammenarbeiten, können die Kräfte sicher durch das Skelett geleitet werden. Deshalb widmet sich ein großer Teil des „Bones for life“ Programms der Entwicklung einer mühelosen Aufrichtung, einer guten Koordination und einer Bewegungsqualität, die Belastung überhaupt erst sinnvoll macht.
Die Übungen orientieren sich an Bewegungsmustern, die sich in der Evolution über Millionen von Jahren bewährt haben. Gleichzeitig entsteht ein geschützter Lernraum, in dem jeder Mensch entsprechend seiner Möglichkeiten lernen kann – unterstützt durch einfache Hilfsmittel wie eine Wand, eine Rolle oder die Bones Wraps.
Ruthy Alon schreibt:
„Wenn sich eine dynamische Bewegung mühelos durch die gesamte Körperachse entfalten kann, entstehen Freude an der Bewegung, neue Bewegungsbereitschaft und ein biologischer Optimismus. Diese gesteigerte Vitalität ist der wichtigste Nutzen des Programms.“
Ich finde, genau darin liegt die Besonderheit von Bones for Life®. Es ist ein Lernprozess, der die Organisation des ganzen Menschen verbessert. Mehr Aufrichtung, mehr Sicherheit, mehr Bewegungsfreude und mehr Vertrauen in den eigenen Körper sind häufig die ersten Veränderungen, die Menschen wahrnehmen. Die stärkeren Knochen sind dann eine natürliche Folge dieser verbesserten Organisation.
Heute Abend um 20 Uhr, bzw. morgen um 9 Uhr, beginnt der neue Online Kurs, mit Übungen bei dir zu Hause, die dein Reiten nachhaltig verändern können.