Unsere Atmung steht in direkter Verbindung mit unserem vegetativen Nervensystem. Freude, Stress, Anspannung oder Entspannung verändern unmittelbar Atemrhythmus, Atemtiefe und Muskeltonus. Während uns diese Veränderungen oft kaum bewusst sind, nehmen Pferde sie sehr differenziert wahr.
Pferde waren über Jahrtausende „Beutetiere“, wir und andere Tiere, die „Jäger“. Darum sind sie darauf spezialisiert, kleinste Veränderungen im Umfeld zu registrieren. In der Herde konnte ein veränderter Atemzustand eines einzelnen Tieres bereits auf mögliche Gefahr hinweisen und alle reagierten darauf.
Diese feine Wahrnehmungsfähigkeit ist bis heute erhalten geblieben. Pferde spüren genau unsere Atemmuster, innere Spannung und emotionale Zustände.
Ein ruhiger, gleichmäßiger Atem vermittelt Sicherheit und unterstützt Regulation, Balance und Losgelassenheit – sowohl beim Menschen als auch beim Pferd. Bereits im Alltag, beispielsweise beim Führen zur Koppel oder beim Putzen, kann bewusstes Atmen helfen, aus der Hektik des Tages herauszufinden und mehr Präsenz sowie körperliche Stabilität zu entwickeln. Die Tellington Herzumarmung, schon vor der Begegnung mit dem Pferd ausgeführt, wirkt immer weider erstaunlich, schon ab dem Moment der Begegnung.
Ebenso aussagekräftig ist die Atmung des Pferdes selbst. Freie, physiologische Atmung zeigt sich nicht ausschließlich im Bauchraum oder an den Nüstern. Ein losgelassenes Pferd erweitert den Brustkorb dreidimensional und bewegt beim Einatmen auch die Wirbelsäule nach oben, während sich die Rückenmuskeln längen.
Es lohnt sich daher, die Atembewegung des Pferdes mal genau zu beobachten:
Wo ist Bewegung sichtbar? In den Flanken? Im Brustkorb? Auf dem Rücken?
Wie verändert sich die Atmung in unterschiedlichen Situationen?
Einschränkungen der Brustkorbbeweglichkeit – beispielsweise durch muskuläre Spannung, durch zu viel Kopfkontrolle in der Bodenarbeit, oder unpassendes Equipment – können die Atemmechanik deutlich beeinflussen. Dies wirkt sich nicht nur auf die Leistungsfähigkeit, sondern auch auf Losgelassenheit, Bewegungsqualität und allgemeines Wohlbefinden aus.
Tellington Körperarbeit können helfen, die Atembewegung wieder zu erweitern und damit Entspannung, Stabilität und Gesundheit nachhaltig zu unterstützen – für Pferd und Mensch gleichermaßen.
Auch beim Satteln hilft der Tellington Bauchheber das Pferd in der Logelassenheit zu unterstützen, so dass es entspannt weiter atmet, statt die Luft anzuhalten. Und wer frei atmet, kann besser handeln, weil er sich einfach wohler fühlt. Darum ist es gut auch beim Reiten ans Atmen zu denken. Mit Feldenkrais und Sally Swifts Techniken kann ich euch mit vielen Tools weiter helfen, wenn ihr Lust darauf habt, schreibt: „Besser atmen“ in den Kommentar.
Ob auf einem Kurs, in Online Einzelstunden oder auf den Touren. Wir finden einen gemeinsamen Weg.
Kennt ihr das, wenn etwas Blödes geschieht, und man ärgert sich und weiß manchmal erst gar nicht weiter und dann entsteht genau daraus etwas ganz Wunderbares?
So ging es meiner Schülerin Laura.
Ihre Freibergerin stand eine recht weite Strecke weg und gehörte ihr zusammen mit 2 andern Reiterinnen, so dass sie regelmäßig geritten wurde, auch wenn Laura nicht immer kommen konnte.
Als Mutter von 2 kleinen Kindern war ihre Zeit immer ein bisschen knapp.
Laura begann mit mir zu arbeiten und lernte ihre Stute neu kennen und schätzen. Leider waren die Mitreiter nicht interessiert.
Dann verletzte sich die Stute und kam zuerst in eine Klinik. Dann sollte die Verletzung intensiv versorgt werden, was sie nun in dem Stall nicht mehr leisten konnten.
Laura fand einen Stall in ihrer Nähe, so dass sie auch mehrmals täglich hin fahren und sich um ihr Pferd kümmern konnte.
Den Andern war das nun zu aufwenig und sie wollten die Stute nicht mehr haben.
Laura übernahm sie ganz. Sie war erst etwas verzweifelt, wie sollte sie das alleine schaffen? Doch inzwischen war ihr die Sute so ans Herz gewachsen, und ihr Wohlergehen so wichtig, dass sie einfach weiter Lösungen suchte. Auch neue Reitbeteiligungen, doch nun erkannte sie, das ihre Stute sich mit denen nicht so wohl fühlte, denn auch die wollten einfach nur reiten, ohne in Beziehung mit der Stute zu gehen.
Laura begann ihre beiden kleinen Jungs mitzunehmen, sie hatte inzwischen gerlernt, dass ihre Stute freundlich war, und eigetnlich keine Gefahr für kleine Kinder. Die Jungs verliebten sich bald in die Stute. Und das beruhte auf Gegenseitigkeit. Es schien als hätte die Freibergerin nur darauf gewartet Teil einer Familie zu werden. Sie ist so achtsam mit den kleinen Jungs, 2 und 4 Jahre, ist so gern mit ihnen zusammen und geniest die Liebe und das Gesehen werden von der ganzen Familie. Laura, die immer weiter lernt ihr Pferd besser zu verstehen und zu sehen und ihr Gutes zu tun, spürte wie sich ihre Bindung vertiefte und das die Stute sie immer schon erwartete, wenn sie kam.
Als wir nun Unterricht vor Ort hatten, war die Familie dabei.
Und ich war so berührt wie die Stute mit den Jungs interagiert. Sie versuchte sogar ihnen zu helfen den Tellington Lernparcours aufzubauen. Leider hab ich kein Foto, wie sie die Stange ins Maul nimmt, als wolle sie sie positionieren helfen.
Die Jungs kennen auch schon Namen von TTouch und Führpositionen, da sie immer mit lernen, wenn Mama übt.
Am Ende sind sie dann auch noch ohne Sattel geritten und haben altersgerechte Vertrauensübungen auf dem Rücken der Stute gemacht, die alles wunderbar ruhig tolerierte und die Freude der Jungs ebenso zu genießen schien, wie ich.
Was für ein Geschenk für ein Pferd, wenn es von einem Freizeitpferd, für 3 ganz verschienden Leute, zu einem Familienpferd wird. Auch ein Geschenk für die Familie, ein solches Pferd zu haben, das mit Körper, Geist und Herz bei allem gern dabei ist.
Laura freut sich noch immer, wenn sie eine Reitbeteiligung findet, aber nur Jemanden mit einem Tellington Herz
Warum ich IMMER gut darauf achte, dass Leinen und Zügel nicht auf den Boden fallen.
Diese beiden Fotos sind innerhalb von 30 Sekunden entstanden. Man kann gut erkennen wie der Tritt auf die Leine nicht nur im Genick zu starkem Druck führt, sondern sogar bis ins Becken Streß erzeugt. Und Nein, das ist nicht KI erzeugt, sondern dem Pferd ist das ganz real passiert, weil die Besitzerin noch schnell was hinter den Zaun zurück legen musste.
Manch einer denkt, dass die Pferde so lernen stehen zu bleiben. Doch ist es das wert?
Ich denke nicht.
Darum, wenn ihr die Pferde alleine stehen lasst, macht die Leinen/Zügel ab, oder befestigt sie so, dass sie wirklich nicht auf den Boden fallen können.
Hier haben wir noch ein normales Halfter, bei einem Seilhalfter oder einer Trense tut es noch mehr im Kopfbereich weh.
Take care, achte auf das Wohlergehen deines Pferdes. Es ist nur ein kleiner Moment, die Leinen sicher zu machen, doch mit großer Wirkung.
Jedes Mal, wenn du die Haut in einem Kreis bewegst und dir dabei ein Zifferblatt vorstellst, benutzt du die intuitiven Berieche deines Gehirns, weil du mit deiner Vorstellungskraft arbeitest, die genau wie die Kreisbewegung des TTouches mit Intuition zu tun hat. Wenn du vor deinem geistigen Auge die Zahlen der Uhr siehst, aktivierst du die logische Seite deines Gehirns, da Zahlen dem logischen Denken zugeordnet sind.
Wenn du Bodenarbeit (mit dem Pferd) machst, aktivierst Du auch dein ganzes Gehirn. Im „eleganten Elefant“ stellst du dir den Gertenknauf als Elefantenrüssel vor, was das intuitive Denken aktiviert und dem rechten Gehirn zugeordnet wird. Und die spezielle Art, Gerte und Führleine zu halten, weckt dein logisches und sogenanntes Linkes-Gehirn-Denken.
Einen anderen Hinweis auf die Wirkung auf das ganze Gehirn gaben die beiden Studien, die ich in den Sommern 1987/88 zusammen mit Anna Wise vom Boulder Institut für Biofeedback gemacht habe.
Wir haben mit einem „Mind Mirroir“ gearbeitet, der von Annas Mentor, dem britischen Psychobiologen und Biophysiker Maxwell Cade, entwickelt wurde, und wir bekamen faszinierende Resultate. Der „Mind Mirroir“ ist eine Art EEG, mit dem es möglich ist, elf verschiedene Frequenzen in beiden Hirnhälften gleichzeitig zu messen und spektral darzustellen. Es werden die vier Gehirnwellen Beta, Alpha, Theta und Delta, die verschiedenen Bewusstseinszuständen entsprechen, in beiden Gehirnhälften gemessen.
In zwei Studien mit verschiedenen Gruppen von Studenten untersuchten wir die Aktivität der Gehirnwellen während die Studenten gettouched oder massiert wurden. Das überraschende Ergebnis war, daß egal, ob die Studenten gettoucht wurden oder selbst ein Pferd oder einen Menschen ttouchten – immer alle vier Gehirnwellen (Beta, Alpha, Theta und Delta) beider Gehirnhälften aktiviert waren.
Wurde die Person dagegen abgestrichen, ausgestrichen oder massiert, fanden wir zwar die Alphawellen als Zeichen der Entspannung aktiviert, aber Beta, Zeichen für Problemlösungspotential, fehlte. Einzig die kreisenden TTouches aktivierten die Betawellen in beiden Teilen des Gehirns.
Also, wenn du das nächste Mal zu deinem Tier gehst, erinnere dich daran, daß du deinen eigenen Stress reduzierst, deinen Geist klar machst, die Verbindung mit Tier vertiefst und wacher wirst, indem du es jeden Tag ein paar Minuten lang ttouchst. Das ist der Grund, warum der Satz „The TTouch That Teaches“ (die Berührung, die lehrt) entstanden ist.“
Wenn man @Linda Tellington Jones fragt, was der Schlüssel ihres Erfolges mit allen Pferden ist, sagt sie: „Mir war es immer wichtig das wir zusammen Spaß hatten.“ Das Pferd und Reiter Freude haben ist auch das was Erfolgsreiter wie Uta Gräf und Ingrid Klimke vermitteln. Was ist der Schlüssel zur Freude? Nun, aus meiner Sicht sind es verschiedene Dinge.
1. Ich steige immer wieder mit dem Gefühl auf, was für ein Geschenk es ist, reiten zu dürfen. Das dieses wunderbare Wesen mich trägt und mir oftmals, nahezu im wahrsten Sinne des Wortes, Flügel verleiht, wenn wir durch den Wald galoppieren oder über Hindernisse fliegen oder wenn es mit mir tanzt, wenn wir uns, im leisen Dialog, im Dressurviereck bewegen und es sich anfühlt als würde ich nur denken, was ich tun will, und es folgt der Gedankenübersetzung meines Körpers. Auch nach über 50 Jahren im Sattel ist dieses Gefühl noch ebenso stark wie beim 1. Mal, als ich endlich auf dem Rücken eines Pferdes sitzen durfte. Und das ist mein größter Schlüssel zum Reiten mit Freude. Die Dankbarkeit für dieses wunderbare Geschenk.
2. Das Gefühl der Partnerschaft / Freundschaft mit dem Pferd. Wenn ich spüre das es sich ebenso um mein Wohlergehen kümmert, wie ich mich um seins. Wenn es, auch in herausfordernden Situationen, achtsam ist, das mir nichts geschieht. Das es seine instinktiven Reaktionen zurückhält, selbst wenn es mal erschrickt, damit ich sicher bin. Natürlich gehört dazu, das ich auch hinhöre, wenn es sich körperlich, mental oder emotional überfordert fühlt, denn nur, wenn ich es in einem guten Zustand trainiere kann es diese Leistung bringen. Ab einem gewissen Maß an Angst, Schmerz oder Stress ist es kaum noch möglich. Um so mehr begeistert es mich, dass sie, selbst wenn unvorhersehbare Situationen eintreten und ich die Sicherheit gerade nicht herstellen kann, sie über sich selbst hinauswachsen um auch mich zu schützen. Die Dankbarkeit für dieses Gefühl von Miteinander, lässt mich immer wieder mit größter Freude auf den Rücken eines Pferdes steigen.
3. Sicherheit ist wohl das Wichtigste, um in der Freude zu sein. Was brauchen wir um uns sicher zu fühlen? Ein Pferd das gelernt hat wie es sich in schwierigen Situationen sicher für sich und sein Umfeld verhalten kann, mit Körpergefühl und Selbstkontrolle und vor allem ein Gehör, ein Gefühl fürs Pferd. Versteh ich die leisen Signale, kann ich früh genug reagieren. Die Anspannung im Rücken, den Verlust von Rhythmus im Gang (Taktstörung), Verlust der Tragkraft, verzögerte Reaktion auf meine Hilfen, all diese Dinge signalisieren mir, wenn mein Pferd sich nicht wohl fühlt. Und wenn ich das gleich verändere, sind wir sicher. Spürt man all das nicht hat man das Gefühl das das Pferd sich „plötzlich“ „aus dem Nichts heraus“ gefährlich verhält. Doch es sendet zu 99 % zuvor Zeichen, die oft überhört werden. Diese sind nicht immer sichtbar, meist ist es eine gefühlte Wahrnehmung, wenn man im Sattel sitzt. Darum ist es so wichtig Fühlen zu lernen. Mit den Beinen, mit den Sitzbeinen, mit den Händen, ja, mit dem ganzen Körper, denn der Dialog beim Reiten geht über Fühlen. Und je besser mein Gefühl, desto sicherer bin ich, wenn ich den ersten Zeichen schon Beachtung schenke und die Situationen entschärfe.
4. Liebe! Ja, ich bin sicher das die Pferde uns zutiefst lieben, selbst wenn wir nicht fair sind. Sie verstehen uns dann oft nicht, doch sie lieben uns bedingungslos. Und nein, es braucht keine Leckeres um diese Liebe zu „füttern“ Sie ist einfach da. Und selbst die Pferde meiner Schüler, oder die Trainingspferde die zu mir kommen, lassen mich diese Liebe spüren. Und ich sehe immer wieder wie sie ihren Menschen ihre Liebe erweisen, unabhängig davon wie freundlich oder unfreundlich die sich ihnen gegenüber verhalten. Und das macht min Herz immer wieder weit und auch die Dankbarkeit für diese große Liebe in ihrem Herzen, die sie uns schenken, macht mich immer wieder glücklich.
Und all das lässt mich lächeln, wenn ich aufsteige, und manchmal könnte ich während des Reitens vor Freude juchzen, über all diese Dinge, mit denen das Pferd mein Dasein bereichert. Und wenn ich dann später Fotos sehe, auf denen das Pferd dann auch leuchtet, lächelt, Selbstbewusstsein zeigt, weil es sich darüber freut, das es mich glücklich machte, dann lacht mein Herz erneut.