Innere Bilder im Reitunterricht – was bedeutet das eigentlich?
In meinem Reitunterricht arbeiten wir zu einem großen Teil mit inneren Bildern. Doch was heißt das genau? Es gibt verschiedene Wege, die alle wertvoll sind – und die ich auch alle einsetze:
Mentaltraining Hier geht es um das bewusste Vorstellen eines gewünschten Ablaufs. Zum Beispiel: eine klar gerittene Linie, ein gleichmäßiger Rhythmus, eine ruhige Hand. Das unterstützt vor allem Orientierung, Fokus und Sicherheit. Mentaltraining ist auch großartig um seine Emotionen neiu zu definieren, aus Angstreaktionen Gelassenheit werden zu lassen und vieles mehr.
Ideokinetische Bilder (Bewegung über Vorstellung) Diese wirken auf einer anderen Ebene. Hier wird nicht versucht, etwas aktiv zu „machen“, sondern dem Körper ein Bild angeboten, über das er sich selbst organisiert. Das ist ein entscheidender Unterschied. Denn viele klassische Korrekturen im Reiten führen – trotz guter Absicht – häufig zu mehr Spannung: „Schultern zurück“, „Absatz tief“, „mehr treiben“, „ruhige Hand“ Der Körper reagiert dann oft mit Halten statt mit Bewegung. Ein passendes inneres Bild hingegen kann genau das Gegenteil bewirken: Es verändert den Muskeltonus, ohne dass bewusst eingegriffen wird.
Hintergrund ist die Wirkung auf die neuromuskuläre Steuerung: Stark kontrollierende, zielgerichtete Gedanken erhöhen häufig die Grundspannung. Offene, bildhafte Vorstellungen ermöglichen Koordination und Losgelassenheit.
Kleiner Profi-Tipp Wenn ein Bild nicht funktioniert, ist es nicht falsch – es passt einfach gerade nicht zu dir.
Dann finden wir ein anderes. Und genau darin liegt für mich die Qualität: gemeinsam ein Bild zu finden, das genau in deinem Körper richtig ankommt.
Durch meine über 40 Jahre Erfahrung im Unterrichten mit inneren Bildern habe ich ein großes Repertoire entwickelt. Und wenn eines nicht passt, finden wir ein neues. Manchmal sind es 10 Wege – und manchmal entsteht eben der 11. Weg
Foto. Das innere Bild eine Tanne zu sein, die sich nach unten verwurzelt und nach oben wächst, ohne sich zu strecken, hilft vielen in einen aufrechten, losgelassenen Sitz Du musst nichts halten. Du musst nichts machen. Du lässt dich tragen – von deiner Struktur. Die Wurzeln beginnen ab der Körpermitte und von dort aus wächst du auch nach oben. Doch, wie ein Baum, auch ein wenig rundherum, in alle Richtung.
Kennst du das? Man versucht alles richtig zu machen… und erreicht genau das Gegenteil.
Bild 1: Falsch verstandene Aufrichtung Aufrichten heißt nicht „strecken“.Beim Gedanken Brust raus: • wird der Rücken hohl und fest • die Schultergelenke kommen hinter die Hüftgelenke • Atmung wird flach, die Hand fest
Bild 2: Absatz tief „Absatz tief!“ – ein Satz, den wir alle kennen.
Aber: Zu viel Druck im Sprunggelenk blockiert die Federung im ganzen Bein. • Fuß ist unterm Knie, statt unter das Becken • Hüft-, Knie- und Sprunggelenk werden fest – Federung wird unmöglich • ein losgelassener Sitz ist kaum möglich
Bild 3: Hände zu weit vorne & unten Viele Reiter strecken die Hände bewusst nach vorne-unten, um „weich“ und nachgiebig zu sein. Doch genau dadurch geht die Nachgiebigkeit verloren: • die Feinmotorik der Hände verschwindet • Schultern runden nach vorne • der Rücken spannt an, um nicht nach vorne zu fallen • die Hüfte blockiert
Zusätzliches Problem bei Bild 1 & 2: Es entsteht punktueller Druck auf den Pferderücken → das Pferd kann den Rücken nicht mehr aufwölben.
Die Lösung liegt nicht im „anstreben“, sondern im spüren lernen. Wer spürt versteht!
Genau darum geht es in meinen Reitkursen mit Sitzschulung Spüren – Vergleichen – Verstehen mehr Leichtigkeit, echte Verbindung und feine Hilfen.
„Jetzt ist er wieder stur.“ „Zeig ihr, wer der Boss ist.“ Solche Sprüche hört man oft in der Reiterwelt. Das Pferd gilt als dominant, bockig oder ungehorsam — und wir sollen es bloß nicht „gewinnen“ lassen.
Doch wie Robyn einmal sagte: Was ist hier eigentlich zu gewinnen?
Wenn ein Pferd nicht tut, was wir möchten, fragen wir selten: Was hat es davon? Wenn es ungehorsam ist folgen unangenehme Bewegungen, Schimpfen, wir machen Druck. Warum sollte das Pferd diesen unangenehmen Weg wählen, wenn Gehorsam einfacher wäre?
Manche sagen: „Dann darf es zurück zur Herde und fressen.“ Doch Pferde fressen zwar gern, aber nicht rund um die Uhr. Sie leben gern in einer Herde auf der Weide, doch auf Dauer ist auch das langweilig. Wichtiger ist die Frage: Warum ist es für das Pferd schöner, woanders zu sein als bei uns?
Bei diesem Kampf gibt es keine Gewinner. Der Mensch erreicht vielleicht sein Ziel — doch Vertrauen geht verloren. Für das Pferd bleibt die Erfahrung, nicht gesehen, gehört oder verstanden zu werden.
Und was gewinnt der Mensch? Jemandem gezeigt zu haben, wer hier überlegen ist? Das wissen die Pferde schon. Wir bestimmen ihren kompletten Alltag. Ist das es Gefühl, dass du suchst, wenn du zum Pferd gehst?
Für mich bedeutet Arbeit mit Pferden eine Win-Win Situation zu schaffen. Das Bedeutet: Wir beide gewinnen. Wenn ein Pferd nicht mitmacht, werde ich zum Detektiv und suche nach Ursachen:
Hat es Schmerzen oder körperliche Probleme?
Hat es die Aufgabe wirklich verstanden?
Hat es Angst?
Ein Pferd, das sich gesehen und unterstützt fühlt, wird zum verlässlichen Partner. So oft hab ich es erlebt. Wenn das Pferd erkennt dass ich auf sein Wohlergehen achte, dann achtet es auch auf meins. Wir Menschen treffen sowieso alle Entscheidungen: Haltung, Training, Futter, Gesellschaft etc. wir entscheiden ALLES. Lasst uns Entscheidungen treffen durch die beide Seiten glücklicher werden – bei denen sich das Pferd ebenso als „Sieger“ fühlt, wie wir. Daraus entstehen echte Partnerschaften.
Ein Artikel aus dem Tellington Newsletter Den eigenen Grenzen begegnen – eine Forschungsreise von Anke Recktenwald, Feldenkrais Pädagogin, Tellington Lehrer Lev. 3, Centered Riding Instruktorin, Pferdewirtschaftsmeisterin Jeder von uns begegnet irgendwann seinen eigenen Grenzen, immer wieder. Die Frage ist, wie wir damit umgehen. Ich dachte einmal, es sei eine extreme Art seine Grenze zu ver- ändern, wenn man z.B. in 500 m Höhe über eine Slackline läuft, ungesichert, und dass diese Menschen auf der Suche nach ihrer endgültigen Grenze sind. Heute sehe ich das an- ders. Für den, der da drüber läuft, ist es vermutlich einfacher und weniger eine Grenzerfahrung, als für den, der mit seiner extremen Platzangst in einen überfüllten Bus steigt. Beide bewegen sich an Grenzen, und doch mit einem sehr anderen Gefühl. Ich habe mit ein paar Sportlern geredet, die Dinge tun, bei deren Vorstellung ich schon meine Grenzen sehe. Ich wollte erfahren, wie sie diese Grenzen überwinden, und bin erstaunt über das Ergebnis. Grenzen können sich körperlich, geistig, finanziell, räumlich auftun. Die Frage ist, wie schaue ich sie an, was machen sie mit mir, und was mache ich mit ihnen. Diese Frage habe ich ein paar Menschen aus verschiedenen Bereichen gestellt. Und interessante Antworten bekommen über das persönliche Empfinden und Umgehen mit eigenen Grenzen. Spannende Denkansätze aus verschiedenen Berufs- gruppen und Altersklassen. Ich bin so dankbar für die Ant- worten, sie zeigen Varianten auf, seine eigenen Grenzen neu anzuschauen und anzugehen. Die Interviewpartner: Frank Dejori: 43 Jahre, Leistungssportler, Slackliner, Trainer, Coach (Anthony Robbins), Matrix Energetics Practitioner Steffi Stückl: 33 Jahre, Schreinermeisterin, Mutter von 2 Kleinkindern, hat mehrere Pferde, 1.Tellington Basic Silber Abzeichen Bernadette Jochum: 46 Jahre, Tellington Lehrerin 1, Centered Riding Instructor Lev. 1, arbeitet im Verlagswesen Catherin Seib: 31 Jahre, Tierkommunikatorin & Tellington Lehrerin in Ausbildung. Lukas Huber: 17 Jahre, Schüler, Profisportler aus Brixen (Italien). Weltranglistenfünfter Slackline Kerstin Müller: (Titefoto) Spring- und Vielseitigkeitsreiterin auf S- Niveau, Pferdewirtschaftsmeister (Reiten + Zucht und Haltung), Sportlehrerin, Elinor Silverstein: 52 Jahre, Feldenkrais Practitioner, owner the Healthy Dog and Cat, sehr lange und intensive Tellington Erfahrung und liebe Freundin von LTJ
1. Wie definieren sich deine Grenzen, woran erkennst du sie? Frank: Meine Grenzen gibt es nur durch mein Denken, dass es gerade nicht möglich ist. Steffi: Unsicherheit, Angst, Ärgern, Atem anhalten Bernadette: Atem wird schneller, Herzklopfen, hab die Situation nicht mehr Griff, Verlust der Kontrolle über mich, Hilfslosigkeit, habe das Gefühl, es wird über mich entschieden, Angst zu versagen, fühle mich unter Druck, Angst der Anforderung nicht gerecht zu werden, es nicht leisten zu können. Catherin: Ich komme an das Ende meiner emotionalen Reichweite, kann nicht mehr spüren, was richtig und falsch ist, ich bekomme kein Bauchgefühl mehr. Lukas: Ich mache mir die Folgen dessen bewusst, was ich vorhabe. Sind die Konsequenzen zu groß (Verletzungsrisiko), mache ich es erst gar nicht. Anke: Spannung aufbauen im Körper vor allem im Kiefer, harte Augen, Atmung flacher, unflexibler im Denken und Bewegen. Kerstin: Meine Grenzen definieren sich körperlich, geistig, finanziell und zeitlich, wobei auch der wirkliche Wille entscheidend ist. Die Grenze ist für mich, wenn etwas aus dem Normalbereich fällt, dass von mir höhere Anstrengung abverlangt. Elinor: Ich spüre ein Kribbeln in meinem Rücken. Ich fühle mich unsicher und unwohl.
2. Was brauchst du, um die Grenze verändern zu können? Was nutzt du dafür? Frank: Ich bin sicher, dass jede Grenze auflösbar ist. Dazu habe ich meine Erfahrungen. Ich erinner mich, wie es mir gelungen ist und vertraue darauf, das es auch jetzt geht. Und ich visualisiere die Lösung. Steffi: Erst mal mache ich mir bewusst, was ist. Dann: tief durchatmen, kurz raus aus der Situation und dann einen anderer Weg probieren. Bernadette: Ich brauche Stressfreiheit, Unterstützung, keinen Druck, dass man mir Freiwilligkeit lässt und ich weiß, ich werde auch so akzeptiert Catherin: Ich suche erst meine Erdung, denke mir tiefe Wurzeln in die Erde. Normalerweise lasse ich mich ausdehnen, weit. Wenn ich an meine Grenzen komme, ziehe ich alles zurück in den Kopf und von da in Füße und Erde. Ich brauche Ruhe dazu. Dann den anderen Weg erspüren. Wenn das nicht genug ist, nehme ich Abstand und setzte später neu an. Lukas: Ich stell mir vor, wie es ist, wenn ich es schaffe, ob die Menschen dann anders denken. Ich will genauso gut oder besser sein als andere. Zeigen, dass ich auch was drauf habe. Anke: Wenn ich es erkenne, ein Schritt zurück, mir klar machen was ich eigentlich will, mich an meine Grundideen von Entwicklung erinnern, Wege überlegen und die dann visualisieren und/oder einfühlen. Reicht das nicht, überlegen, wen ich fragen könnte, überlegen, was der/die antworten könnte. Oder mir vorstellen, was könnte das Schlimmste sein, das mir passiert, wenn ich es tue. Das ändert oft die Risikoeinschätzung. Ist das Risiko zu groß: Aufgabe verschieben. Kerstin: Mein Willen und meine Zielstrebigkeit. Dass ich daran glauben kann, dass es möglich ist. Elinor: Ich spüre meinen Körper, erinnere mich an mein Wissen über Lernen und frage mich, wie ich das als mein eigner Lehrer anwenden kann. Ich nehm es als Lernaufgabe. Dann atmen. Ich achte darauf, dass es mich nicht zu sehr verunsichert, ängstigt. Ich erinnere meinen Körper wieder daran, sich wohl zu fühlen.
3. Wo seht Ihr Eure Grenzen als Lehrer? Wie geht Ihr damit um? Frank: Wenn ich keine passende Lösung habe, dann frage ich den, der lernen will, welchen Weg er sich zu einer Lösung vorstellen könnte. Eine andere Variante ist, anderen zuzuschauen, die das unterrichten, was ich lehren möchte und deren Erfahrungen zu nutzen. Steffi: Ich frage jemand, lese nach oder lasse einen Fachmann/ frau kommen. Bernadette: Ich mag die Supervision oder ich frage jemanden mit mehr Erfahrung. In der Situation erst mal die Aufgabe verändern, damit wir aus dem Tunnel rauskommen. Catherin: Ich hole mir Hilfe von andern Menschen und Tieren, vor allem von den Tieren. Aber auch Profis für das Thema. Und dann schaue ich nach Fortbildungen: Wo kann ich noch Erfahrung ausbauen, weiter lernen. Ganz wichtig finde ich die Idee der Wahrheitsänderung. Oft glauben wir nur, dass es so ist. Es ist nur unser Glaubensmuster im Moment. Lukas: Ich denke, als Lehrer ist es wichtig, sich weiter zu bilden oder zu akzeptieren, dass mein Schüler klüger oder besser ist. Anke: Wissen anderer nutzen. Kerstin: Gute Umgangsformen und Menschlichkeit einhalten. Fair bleiben. Ich muss in meiner Mitte sein, dann gelingt fast alles. Elinor: Ich liebe es, meine Schüler zu fragen, wenn die eine Antwort wissen, die ich nicht weiß. Oder ich sage: „Das ist eine gute Frage. Ich werde nach einer Lösung suchen und so schnell wie möglich zu dir zurückkommen.“
4. Was geschieht mit dir, wenn du eine deiner Grenzen auflösen kannst, was nutzt es dir? Frank: Ich erweitere mein Bewusstsein, es wird immer klarer, dass es keine Grenzen gibt, außer denen, die ich mir selber setzte. Und wenn die aufgelöst ist, suche ich mir die nächste Aufgabe. Steffi: Freude kommt auf und Mut für den nächsten Schritt. Bernadette: schon ein Glücksgefühl und es erweitert den Horizont. Catherin: Ich fühle mich lebendig, das ist, was das Leben lebenswert macht. Grenzen auflösen heißt für mich: neu sein, frisch sein, frei sein. Ich hab dann eine neue Kraft hinzu gewonnen Lukas: Es sind nicht unbedingt Grenzen, eher Levels, die ich erreiche. Und dann baut eins auf das andere auf. Anke: Euphorie, Mut für die nächste Herausforderung, Vertrauen in mich selber. Kerstin: Ich bin ein Stück weiter gekommen, bin stolz und zufrieden. Ich weiß, ich bin auf dem richtigen Weg (sportlich). Elinor: Ich bin sehr achtsam, wenn es darum geht, meine Grenzen aufzulösen. Meist so achtsam, dass ich mich gar nicht dahin begebe. Mein Großvater war Deutscher und lehrte uns sehr achtsam zu sein mit Perfektionismus.
5. Was ist deine Motivation, eine Grenze aufzulösen? Frank: Ich kann wachsen, in jeder Situation, was auch immer ich tue, mich weiter entwickeln. Und ich habe Spaß dran, wenn ich es als Herausforderung und nicht als Grenze sehe. Ich fühle mich bei nichts so lebendig wie beim Auflösen meiner Grenze. Steffi: Ich kann weiter kommen mit mir, dem Pferd, der Aufgabe. Bernadette: Ich bin gar nicht wirklich daran interessiert, sie aufzulösen, ich möchte sie lieber akzeptieren. Catherin: Vor allem motiviert mich die Angst vor Stillstand und einer beschränkten Sicht. Denn dadurch entsteht Unverständnis. Unverständnis verhindert Liebe und ich möchte in einer liebevollen Welt leben. Lukas: Meine Motivation ist gleich gut zu sein wie die besten auf der Welt, oder sogar einer der besten, und für das muss man trainieren und immer mehr Sachen dazulernen. Anke: Es schafft mir persönliche Freiheit. Kerstin: Erfolg, Anerkennung, Selbstbestätigung, das Wissen, das Optimale aus einer Situation gemacht zu haben. Elinor: Als Kind war ich extrem beharrlich und habe ein „Nein“ nie als Antwort akzeptiert. Heute lasse ich mich vor allem von dem Wunsch, zu lernen und mehr zu verstehen und das dann mit anderen zu teilen, motivieren.
Mein Resümee der Reise: Gerade die Menschen, die ich für besonders „mutig“ hielt, sind sehr achtsam mit ihren Grenzen. Allerdings sind es für sie auch keine Grenzen, sondern Aufgaben. Es war schon schwierig im Gespräch, dass sie überhaupt verstanden, was ich meine. Grenzen sind für sie, wenn ihre Muskeln müde werden, zu wenig Zeit oder zu wenig Geld. Wie kommt das? Sie gehen nicht mit „Gewalt“ in eine Situation, die sich für sie nicht gut anfühlt. Sie achten ihre Empfindungen und wägen ab. Sie suchen nach sicheren, guten Wegen weiter zu kommen, wenn etwas gerade noch nicht möglich ist. So haben sie viele Erfolgserlebnisse und gute Gefühle und wenig negative oder schmerzhafte Erfahrungen. Das ist ihre Motivation für den nächsten Schritt. Ihr Spaß daran weiter zu kommen, statt sich begrenzen zu lassen. Moshe Feldenkrais sagte „Lernen kann nur Früchte tragen, wenn der ganze Mensch dabei bereit ist zu lächeln und dieses Lächeln jederzeit und unmittelbar in Lachen übergehen kann“. Genau das ist ja auch der Ansatz unserer Arbeit mit den Tieren. Sichere Wege zu finden, Möglichkeiten zu schaffen sich weiter zu entwickeln und dann mit Freude zu erkennen: „Ich kann“ statt unter Stress zu fühlen: „Ich muss“. Eine Lösung zu finden statt mit Anstrengung, Gewalt und Druck weiter zu gehen.
Wer unangenehme Erfahrungen macht auf neuen Wegen, wird wenig Lust verspüren weiter zu experimentieren. Elinor hat das sehr gut ausgedrückt, als sie sagte, sie versuche ihr eigener Lehrer zu sein. Sich anzuschauen, wie gehe ich gerade mit mir um, und dann zu hinterfragen, wie würde ich das „Problem“ für meinen Schüler / mein Tier lösen. Wie kann ich die Prinzipien der Tellington-Arbeit für mich in dem Moment anwenden, um meine Wei- terentwicklung möglich zu machen. Darin liegt für mich die Antwort auf die Frage: Wie gehe ich mit meinen Grenzen um, wenn ich sie als solche wahrnehme? Ich liebe diese Zitat von Manfred Winterheller: „Es gibt kein Problem ohne Lösung. Aber es gibt viele Lösungen ohne dazugehörendes Problem!“ Anke Recktenwald