Reiten mit inneren Bilder

Reiten mit inneren Bilder

Innere Bilder im Reitunterricht – was bedeutet das eigentlich?

In meinem Reitunterricht arbeiten wir zu einem großen Teil mit inneren Bildern.
Doch was heißt das genau?
Es gibt verschiedene Wege, die alle wertvoll sind – und die ich auch alle einsetze:

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Mentaltraining
Hier geht es um das bewusste Vorstellen eines gewünschten Ablaufs.
Zum Beispiel: eine klar gerittene Linie, ein gleichmäßiger Rhythmus, eine ruhige Hand.
Das unterstützt vor allem Orientierung, Fokus und Sicherheit.
Mentaltraining ist auch großartig um seine Emotionen neiu zu definieren, aus Angstreaktionen Gelassenheit werden zu lassen und vieles mehr.

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Ideokinetische Bilder (Bewegung über Vorstellung)
Diese wirken auf einer anderen Ebene.
Hier wird nicht versucht, etwas aktiv zu „machen“, sondern dem Körper ein Bild angeboten, über das er sich selbst organisiert.
Das ist ein entscheidender Unterschied.
Denn viele klassische Korrekturen im Reiten führen – trotz guter Absicht – häufig zu mehr Spannung:
„Schultern zurück“, „Absatz tief“, „mehr treiben“, „ruhige Hand“
Der Körper reagiert dann oft mit Halten statt mit Bewegung.
Ein passendes inneres Bild hingegen kann genau das Gegenteil bewirken:
Es verändert den Muskeltonus, ohne dass bewusst eingegriffen wird.

🧠

Hintergrund ist die Wirkung auf die neuromuskuläre Steuerung:
Stark kontrollierende, zielgerichtete Gedanken erhöhen häufig die Grundspannung.
Offene, bildhafte Vorstellungen ermöglichen Koordination und Losgelassenheit.

Kleiner Profi-Tipp
Wenn ein Bild nicht funktioniert, ist es nicht falsch –
es passt einfach gerade nicht zu dir.

👉

Dann finden wir ein anderes.
Und genau darin liegt für mich die Qualität:
gemeinsam ein Bild zu finden, das genau in deinem Körper richtig ankommt.

Durch meine über 40 Jahre Erfahrung im Unterrichten mit inneren Bildern habe ich ein großes Repertoire entwickelt.
Und wenn eines nicht passt, finden wir ein neues.
Manchmal sind es 10 Wege –
und manchmal entsteht eben der 11. Weg

Foto. Das innere Bild eine Tanne zu sein, die sich nach unten verwurzelt und nach oben wächst, ohne sich zu strecken, hilft vielen in einen aufrechten, losgelassenen Sitz
Du musst nichts halten.
Du musst nichts machen.
Du lässt dich tragen –
von deiner Struktur.
Die Wurzeln beginnen ab der Körpermitte und von dort aus wächst du auch nach oben. Doch, wie ein Baum, auch ein wenig rundherum, in alle Richtung.

Drei typische Sitzblockaden beim Reiten

Drei typische Sitzblockaden beim Reiten

Gut gemeint – aber kontraproduktiv

Kennst du das? Man versucht alles richtig zu machen… und erreicht genau das Gegenteil. 🐎

👉 Bild 1: Falsch verstandene Aufrichtung Aufrichten heißt nicht „strecken“.Beim Gedanken Brust raus: • wird der Rücken hohl und fest • die Schultergelenke kommen hinter die Hüftgelenke • Atmung wird flach, die Hand fest

👉 Bild 2: Absatz tief „Absatz tief!“ – ein Satz, den wir alle kennen.

Aber: Zu viel Druck im Sprunggelenk blockiert die Federung im ganzen Bein. • Fuß ist unterm Knie, statt unter das Becken • Hüft-, Knie- und Sprunggelenk werden fest – Federung wird unmöglich • ein losgelassener Sitz ist kaum möglich

👉 Bild 3: Hände zu weit vorne & unten Viele Reiter strecken die Hände bewusst nach vorne-unten, um „weich“ und nachgiebig zu sein. Doch genau dadurch geht die Nachgiebigkeit verloren: • die Feinmotorik der Hände verschwindet • Schultern runden nach vorne • der Rücken spannt an, um nicht nach vorne zu fallen • die Hüfte blockiert

✨ Die Lösung liegt nicht im „anstreben“, sondern im spüren lernen. Wer spürt versteht!

👉 Genau darum geht es in meinen Reitkursen mit Sitzschulung Spüren – Vergleichen – Verstehen mehr Leichtigkeit, echte Verbindung und feine Hilfen.

WIN WIN – statt verlieren lassen

WIN WIN – statt verlieren lassen

„Jetzt ist er wieder stur.“ „Zeig ihr, wer der Boss ist.“
Solche Sprüche hört man oft in der Reiterwelt. Das Pferd gilt als dominant, bockig oder ungehorsam — und wir sollen es bloß nicht „gewinnen“ lassen.

Doch wie Robyn einmal sagte: Was ist hier eigentlich zu gewinnen?

Wenn ein Pferd nicht tut, was wir möchten, fragen wir selten: Was hat es davon?
Wenn es ungehorsam ist folgen unangenehme Bewegungen, Schimpfen, wir machen Druck. Warum sollte das Pferd diesen unangenehmen Weg wählen, wenn Gehorsam einfacher wäre?

Manche sagen: „Dann darf es zurück zur Herde und fressen.“
Doch Pferde fressen zwar gern, aber nicht rund um die Uhr. Sie leben gern in einer Herde auf der Weide, doch auf Dauer ist auch das langweilig.
Wichtiger ist die Frage: Warum ist es für das Pferd schöner, woanders zu sein als bei uns?

Bei diesem Kampf gibt es keine Gewinner. Der Mensch erreicht vielleicht sein Ziel — doch Vertrauen geht verloren. Für das Pferd bleibt die Erfahrung, nicht gesehen, gehört oder verstanden zu werden.

Und was gewinnt der Mensch? Jemandem gezeigt zu haben, wer hier überlegen ist?
Das wissen die Pferde schon. Wir bestimmen ihren kompletten Alltag. Ist das es Gefühl, dass du suchst, wenn du zum Pferd gehst?

Für mich bedeutet Arbeit mit Pferden eine Win-Win Situation zu schaffen. Das Bedeutet: Wir beide gewinnen.
Wenn ein Pferd nicht mitmacht, werde ich zum Detektiv und suche nach Ursachen:

  • Hat es Schmerzen oder körperliche Probleme?
  • Hat es die Aufgabe wirklich verstanden?
  • Hat es Angst?

Ein Pferd, das sich gesehen und unterstützt fühlt, wird zum verlässlichen Partner.
So oft hab ich es erlebt. Wenn das Pferd erkennt dass ich auf sein Wohlergehen achte, dann achtet es auch auf meins.
Wir Menschen treffen sowieso alle Entscheidungen: Haltung, Training, Futter, Gesellschaft etc. wir entscheiden ALLES. Lasst uns Entscheidungen treffen durch die beide Seiten glücklicher werden – bei denen sich das Pferd ebenso als „Sieger“ fühlt, wie wir.
Daraus entstehen echte Partnerschaften.

Über den Umgang mit Grenzen