Kannst du deine Sitzbeinhöcker spüren?

Die Sitzbeinhöcker heißen so, weil wir auf ihnen sitzen. Sie sind kufenartig geformt und geben uns dadurch die Möglichkeit, ein wenig nach vorne und hinten zu rollen, um uns zu strecken oder zu beugen. Aufrichtung ist dort, wo wir genau über ihnen sitzen.
Wenn du sie nicht gut spürst, kann das verschiedene Ursachen haben. Vielleicht ist dein Rücken angespannt und du sitzt etwas zu weit vorne oder hinten, oder du hältst deine Pobacken noch zu fest.
Und nein – kein Po ist zu dick, um die Sitzbeinhöcker zu spüren. ![]()
Wenn du sie nicht gut wahrnehmen kannst, rolle sehr langsam ein wenig nach vorne und nach hinten. Dabei musst du nicht nur das Becken bewegen. Du kannst den ganzen Körper wie ein umgedrehtes Pendel sanft nach vorne und hinten neigen.
Mach die Bewegung so groß wie nötig, aber nicht so groß wie möglich.
Für dein Pferd macht es einen großen Unterschied, wie du sitzt. Und wir dürfen daran denken, dass alles, was wir im Sattel tun, beim Pferd ankommt – auch wenn wir es durch den Sattel nicht immer unmittelbar wahrnehmen. Darum bewege dich achtsam.
Vielleicht findest du deine Sitzbeinhöcker durch dieses Rollen.
Falls das Rollen nicht hilft, spanne deine Pobacken einmal so fest an, wie du kannst, und halte die Spannung etwa sieben Sekunden, eventuell auch etwas länger. Danach lässt du einfach wieder los und spürst nach, was sich verändert hat.
Du kannst das natürlich wiederholen, wenn sich noch alles etwas diffus anfühlt. Vielleicht spürst du zunächst auch nur einen Sitzbeinhöcker. Dann probiere das Experiment noch einmal und spanne die Pobacken einzeln an.
Kannst du überhaupt beide Pobacken unabhängig voneinander anspannen und halten? Ist die eine Seite genauso leicht anzusteuern wie die andere? Das kann eine spannende Erfahrung sein, durch die du deine Einseitigkeit wahrnehmen – und auch verändern – kannst.
Spüre anschließend nach:
Sind beide Sitzbeinhöcker gleich deutlich?
Fühlt sich einer spitzer oder flacher an?
Sind beide gleich weit von der Wirbelsäule des Pferdes entfernt?
Ist einer weiter vorne als der andere?
Wirklich balanciert sitzt du dann, wenn sich beide Sitzbeinhöcker gleich anfühlen, gleich weit von der Wirbelsäule des Pferdes entfernt sind und auf einer Linie nebeneinander liegen.
Und dort dürfen sie während des gesamten Reitens bleiben: mittig in Relation zum Pferd und aufrecht in Relation zu deiner Wirbelsäule.
In meinen Kursen finde ich immer ganz individuelle Lösungen für jeden Einzelnen. Auch im Online Unterricht stelle ich dir meinen Werkzeugkoffer gern zur Verfügung.
