„Reiten kann man nicht durch Lesen lernen.“

„Reiten kann man nicht durch Lesen lernen.“

Leichtigkeit für den Pferderücken !

Wie hilft der Entlastungssitz beim Reiten? Erfahre, wie du im Trab locker mitschwingst, den Pferderücken entlastest und dein Pferd ins Gleichgewicht begleitest.
Wenn Kraft durch den Körper fließen kann …

Wenn Kraft durch den Körper fließen kann …

Stell dir einen Dominoeffekt vor: Ein Steinchen gibt die Kraft an den nächsten weiter – und so setzt sich die Bewegung bis zum letzten Stein fort.

Ähnlich funktioniert es beim Gehen. Wenn der Fuß beim Auftreten Druck in den Boden gibt, entsteht eine Gegenkraft, die durch den Körper nach oben weitergeleitet werden kann – vom Fuß über die Gelenke bis hin zum Kopf.

Sowohl beim Mensch, als auch beim Pferd, vom Hinterhuf zum Genick

Damit das gelingt, braucht es eine gute Verbindung entlang dieser Kraftlinie. Die Gelenke müssen so aufeinander ausgerichtet sein, dass die Kraft ihren Weg durch den Körper fortsetzen kann.

Eine stabile Achse stärkt dabei nicht nur die Aufrichtung, sondern unterstützt auch die Knochen.

Doch wenn die Kraft auf ihrem Weg immer wieder auf Abweichungen oder Blockierungen trifft, funktioniert der Dominoeffekt nicht mehr. Die Kraft kann sich stauen – in einem Gelenk, das nicht gut ausgerichtet ist, und dort langfristig zu unnötiger Belastung und Verschleiß führen.

Gute Ausrichtung ermöglicht dem Körper, Kräfte sinnvoll weiterzuleiten – sodass Bewegung leichter, stabiler und effizienter werden kann.

Genau diese Zusammenhänge erleben wir bei @Bones for Life® in der Bewegung.

Und können uns so selbst besser ausrichten und ein Gefühl für die Ausrichtung des Pferdes entwickeln.

Bones for life® – aufrichten-stärken-genießen

#BonesForLife#Knochenstärke#Aufrichtung#Balance#Bewegung#Feldenkrais

Der 4. Baustein: Balance

Der 4. Baustein: Balance

Ein ausbalancierter Reiter ist für das Pferd leicht zu tragen und ermöglicht ihm, sich mühelos unter seinem Reiter zu bewegen. Das erhöht nicht nur das Wohlbefinden des Pferdes, sondern auch deine Sicherheit beim Reiten. Dein Pferd kann insgesamt gelassener sein und du bleibst, falls doch einmal etwas passiert, stabiler und besser im Gleichgewicht – beispielsweise wenn das Pferd plötzlich bremst oder zur Seite weicht.

Um zu überprüfen, ob du ausbalanciert sitzt, kannst du dir vorstellen, das Pferd verschwindet unter dir. Es löst sich einfach in Feenstaub auf. 🙂

Würdest du auf deinen Füßen landen?

Viele von euch kennen sicher die Schwerkraftlinie aus den klassischen Lehrbüchern der Deutschen Reitlehre: Kopf – Schulter – Becken – Ferse liegen in einer Linie. Das ist gut zu verstehen, aber oft nicht so leicht zu fühlen.

Ein hilfreiches Bild ist deshalb die Vorstellung, dass sich das Pferd unter dir auflöst. Wo würdest du landen? Auf den Füßen, auf dem Po oder würdest du nach vorne auf die Nase kippen?

Noch hilfreicher wird dieses Bild, wenn du dir vorstellst, nicht auf dem Boden, sondern auf einem Trampolin zu landen. Würdest du umkippen oder mühelos schwingend stehen bleiben?

Mit diesem Bild kannst du nicht nur auf der Geraden spielen, sondern auch in Wendungen und Seitengängen. Denn auch dort sollte der Reiter in seiner Schwerkraftlinie über dem Schwerpunkt des Pferdes bleiben.

Ein weiteres Bild ist der Schneemann. Stell dir drei Kugeln oder Schneebälle vor, die übereinandergesetzt werden. Sind sie gut ausbalanciert?

Die oberste Kugel hat ihren Mittelpunkt zwischen den Ohren, hinter der Nase – dort, wo der Schädel auf der Halswirbelsäule sitzt. Ihr Radius reicht bis zu den Schultern. Dieser Schneeball ist also etwas größer als dein Kopf.

Das Zentrum der zweiten Kugel liegt in deiner Körpermitte. Ihr Radius reicht von den Schultern bis zu den Knien und ist damit deutlich größer als dein Rumpf.

Das Zentrum der dritten Kugel befindet sich am Balancepunkt des Fußes – dort, wo dein Fuß im Steigbügel steht. Der Radius reicht bis zum Knie und entsprechend weit Richtung Boden, also deutlich über deinen Körper hinaus.

Zeichnung

Sind die drei Kugeln schön übereinander, bist du in der idealen Linie.

Wenn du dir einen Ball nicht vorstellen kannst, liegt das meist daran, dass er nicht in der Linie ist. Häufig passiert das bei der unteren Kugel: Die Füße sind oft zu weit vorne. Schiebe dann das Zentrum der unteren Kugel – also den Balancepunkt mit dem Steigbügel – etwas weiter nach hinten. Vermutlich wirst du dann deinen dritten Ball finden.

Vielleicht hast du anfangs das Gefühl, deine Ferse käme dabei höher. Probiere es trotzdem aus. Filme dich eventuell dabei und überprüfe anschließend, ob dein Fuß vielleicht gerade jetzt wirklich parallel zum Boden war oder ob die Ferse tatsächlich höher stand. Manchmal täuscht uns unser Körpergefühl.

Sollte die Ferse tatsächlich höher kommen, stell dir beim nächsten Mal vor, dein Fuß steht auf einem Skateboard und du schiebst dieses nach hinten. Dadurch bleibt der Fuß meist besser parallel zum Boden.

Dieses schöne dreidimensionale Bild kannst du auch hervorragend in Wendungen mitnehmen. Beobachte dabei, ob dein Schneemann umkippt oder aufrecht stehen bleibt. Wenn du dich nach innen lehnst oder in der Hüfte abknickst, fällt der Schneemann um. Bleiben die drei Kugeln dagegen schön übereinander, bleibst du im Gleichgewicht und dein Pferd kann sich leichter biegen.

Das gilt natürlich auch für Seitengänge. Gerade dort neigt man leicht dazu, sich schief auf das Pferd zu setzen und dadurch seine Balance zu stören. Bleibt dein Schneemann auch hier aufrecht über der Wirbelsäule deines Pferdes, kann es sich durchlässiger und gleichmäßiger in allen Seitengängen bewegen.

Auch Übergänge lassen sich mit dem Schneemann hervorragend verbessern. Dabei kannst du deine Vorstellungskraft gezielt einsetzen.

Der 3. Baustein: Zentrieren und wachsen

Der 3. Baustein: Zentrieren und wachsen

Sally Swift nannte ihre Methode „Zentriertes Reiten“, weil ein großer Teil unserer Hilfengebung aus der Körpermitte entsteht.

Diese Körpermitte liegt zwei Finger unterhalb des Bauchnabels, vor der Wirbelsäule. In den asiatischen Bewegungskünsten wird dieser Bereich Dan Tien genannt.

Zentrieren bedeutet, den eigenen Körperschwerpunkt in diese Mitte zu bringen. Dadurch werden wir stabiler, beweglicher und müheloser – ohne unnötige Spannung.

Mach ein Experiment:

Setze dich auf einen Stuhl mit möglichst gerader Sitzfläche und rutsche etwas nach vorne, sodass deine Oberschenkel nicht mehr aufliegen. Nur so kann der Körper sich natürlich aufrichten.

Lege eine Hand auf den Bauch, Daumen auf den Nabel, kleiner Finger Richtung Schambein und eine gegenüber auf den Rücken. Stell dir vor, zwischen deinen Händen rollt eine kleine Kugel. Nicht größer als ein Tennisball, nicht kleiner als ein Golfball. Sie darf eine Farbe oder ein Material haben, das sich für dich gut anfühlt. Lass sie schließlich in der Mitte, vor deiner Wirbelsäule, etwas einsinken, wie in Sand – nicht mehr als die zwei Finger unterhalb des Bauchnabels.

Vielleicht spürst du:

✨ dein Rücken wird länger

✨ dein Atem wird freier

✨ du sitzt müheloser und aufrechter

Es gibt verschiedene Bilder, die beim Zentrieren helfen können:

🌱 eine Kugel in ihrem Nest

🌱 eine gefüllte Beckenschale, in die ein großer Ball fällt

🌱 eine Blume, die sich öffnet und strahlt

Wir finden für jeden eine passende Lösung.

Probiere es im Stehen, beim Gehen und schließlich im Sattel aus.

Pferde spüren sehr genau, wenn wir in unserer Balance sind. Oft verändert sie sich enorm, nur weilwir selbst unsere Mitte finden.

Und manchmal hilft zusätzlich das Erden:

Stell dir vor, aus deinen Füßen wachsen Wurzeln in die Erde, während dein Oberkörper wie ein Baum in den Himmel wächst – ohne Strecken, nur durch ein Zulassen von Länge.

(Das Posting dazu findet ihr in einem vorherigen Blog)

Zentrierung hilft nicht nur beim Reiten. Auch im Alltag werden Bewegungen leichter: beim Tragen, Schieben oder bei jeder Aufgabe, bei der du Kraft und Balance brauchst.

Finde deine Mitte – und entdecke, wie viel leichter Bewegung werden kann.
Nicht Muskelkraft gibt dir Stabilität, sondern eine gut organisierte Körpermitte. Wer aus seiner Mitte heraus weit wird, bewegt sich leichter – und macht es auch seinem Pferd leichter.

Foto aus einem Kurs „Besser reiten mit Feldenkrais“ KI optimiert