Vertrauen vertiefen: Linda Tellington Jones online

wie die Tellington TTouch® Methode Pferden und Hunden hilft, sich sicherer, ausgeglichener und kooperationsbereiter zu fühlen – besonders in Momenten, die sich sonst stressig, reaktiv oder festgefahren anfühlen würden.

Vertrauen ist nichts, was wir „trainieren“ – es ist etwas, das wir kultivieren.

Wenn ein Tier uns vertraut und sich sicher fühlt, verändert sich dadurch sehr viel. Kooperation wird leichter, der Umgang ruhiger, und sowohl Tiere als auch Menschen fühlen sich verbundener und selbstsicherer.

Dabei geht es nicht darum, ein Tier „zum Benehmen zu bringen“ oder es zum „Gehorsam“ zu zwingen – auch wenn das Ergebnis eine verbesserte Zusammenarbeit und Kommunikation ist. Es geht vielmehr darum, körperliches, mentales und emotionales Gleichgewicht zu unterstützen, sodass Lernen wieder möglich wird und Kooperation leichter fällt. Der Begriff „Vertrauen“ wird in der Welt des Tiertrainings häufig verwendet, doch hier geht es wirklich darum, Tieren zu helfen, sich sicher genug zu fühlen, um bewusst zu handeln und zu reagieren, anstatt in einem reaktiven, nicht denkenden Zustand zu verharren.

Dieses Webinar enthält viele Denkanstöße, unter anderem:

•Wie man den Unterschied erkennt zwischen einem Tier, das lediglich „zurechtkommt“, und einem Tier, das wirklich ruhig ist und vertraut

•Warum Verhalten oft ein Spiegel von Körperspannung, Ungleichgewicht und dem Zustand des Nervensystems ist

•Wie sanfter TTouch-Input die Körperwahrnehmung verbessern kann und Tieren hilft, sich organisierter und selbstsicherer zu fühlen

•Warum „langsamer werden“ tatsächlich bedeuten kann, weiter und schneller zu kommen – mit nachhaltigeren Ergebnissen und besserem Verständnis

•Wie man so arbeitet, dass Rückmeldungen respektiert werden, Vertrauen aufgebaut wird und mehr „Ja“ in den täglichen Umgang einzieht

Außerdem sprechen wir über reale Herausforderungen, mit denen Menschen täglich konfrontiert sind, darunter:

• Führen und Handling (ohne Gegenspannung, Ziehen oder inneres Abschalten)

• Putzen und Berührungsempfindlichkeit

• Tierarzt- und Hufschmiedbesuche / kooperatives Handling

• Angst, Unsicherheit, Reaktivität und Überforderung

• Wiederaufbau von Vertrauen nach schwierigen Erfahrungen

Eine der wichtigsten Botschaften dieser Session ist:

Das Erlernen der Tellington TTouch Methode bedeutet nicht, das zu verändern, was für dich bereits gut funktioniert. Es ist ein Ansatz, den du in jedes Handling- oder Trainingsprogramm integrieren kannst, um mehr Wahlmöglichkeiten, Klarheit, Verbindung und emotionale Sicherheit in die Arbeit einzubringen, die du ohnehin schon machst.

Für den Link und Infos, über weitere Webinare mit Linda in deutscher Sprache, komm in die gleichnamige, interne Facebookgruppe https://www.facebook.com/groups/1431060858450333?locale=de_DE

Wissen, das Pferde bewegt

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🐎 Wissen, das bewegt – für dich und dein Pferd

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Achtet auf die Leinen/Zügel

Warum ich IMMER gut darauf achte, dass Leinen und Zügel nicht auf den Boden fallen.

Diese beiden Fotos sind innerhalb von 30 Sekunden entstanden. Man kann gut erkennen wie der Tritt auf die Leine nicht nur im Genick zu starkem Druck führt, sondern sogar bis ins Becken Streß erzeugt. Und Nein, das ist nicht KI erzeugt, sondern dem Pferd ist das ganz real passiert, weil die Besitzerin noch schnell was hinter den Zaun zurück legen musste.

Manch einer denkt, dass die Pferde so lernen stehen zu bleiben. Doch ist es das wert?

Ich denke nicht.

Darum, wenn ihr die Pferde alleine stehen lasst, macht die Leinen/Zügel ab, oder befestigt sie so, dass sie wirklich nicht auf den Boden fallen können.

Hier haben wir noch ein normales Halfter, bei einem Seilhalfter oder einer Trense tut es noch mehr im Kopfbereich weh.

Take care, achte auf das Wohlergehen deines Pferdes. Es ist nur ein kleiner Moment, die Leinen sicher zu machen, doch mit großer Wirkung.

#Pferdeliebe#Pferde#LeineamBoden#Bodenarbeit#Sicherheit#fairzumPferd

Screenshot
Sitzschulung fü mehr Sicherheit im Sattel

Sitzschulung fü mehr Sicherheit im Sattel

Sitzschulung ist nicht gleich Sitzschulung.

Ich erinnere mich nur noch wenig an meine eigenen Sitzschulungen, bevor ich Sally Swifts Methode kennen lernte. Ich hatte immer großartige Reitlehrer in meinem Leben, doch sie konnten mir manches nicht so wirklich beibringen, und ich dachte, ich bin eben untalentiert. Ich höre gern bereit das für den Rest meines Lebens durch üben üben üben auszugleichen.

Doch Manches wollte mir nicht nur in den Körper, sondern auch einfach nicht in den Kopf. Zum Beispiel dieses tiefer sitzen. Der Sattel gab ja nun mal nicht nach, wie sollte ich denn da tiefer sitzen. Sich dafür nach hinten zu lehnen war zu derzeit noch keine Option, man wollte durchaus einen aufrecht sitzend in Reiter, der dem Pferd möglich macht über den Rücken zu gehen. Wenn ich anderem Anfänger Reitunterricht zugeschaut habe, sah ich oft eine Ermüden des Reiters, durch langes Aussitzen üben ohne Steigbügel, oder auch leichttraben üben ohne Bügel, zu hohe Geschwindigkeit, für das aktuelle Niveau des Reiters und so weiter.

Dinge die Sitzschulung nicht gerade angenehm machten, sondern eher zu angehaltenem Atem, Spannung, und der Steigerung von Ängsten führte. Gut gemeint, doch nicht gut gemacht, da es für diese Schüler schwer wird, all die Anspannung später wieder loszulassen, sowohl mental als auch körperlich.

1998 hatte ich dann meine ersten Unterricht von einer Reitlehrerin, die nicht nur im „Reiten aus der Körpermitte“ ausgebildet war, sondern auch in der „Feldenkrais-Methode“. Jetzt änderte sich meine Welt, und damit auch mein Unterrichten. Denn auch ich konnte meinen Schülern bis dahin nicht immer so gut vermitteln, was genau sie tun sollten, um für die Pferde komfortabel zu sitzen, und gleichzeitig ihre eigene Sicherheit und damit ihr Selbstvertrauen, gravieren zu erhöhen.

Sitzschulung bedeutet heute für mich, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie man natürlich aufrecht, und damit locker, im Sattel sitzt, sich sicher und im Einklang mit einem freudigen Pferd bewegt.

Was bringt einem dieser Sitz?

Zwei Dinge

Zum Einen sehr viel Sicherheit. Ein Reiter der gelernt hat entspannt aufrecht zu sitzen, kann sich mühelos mit dem Pferd bewegen, selbst wenn es mal erschrickt und zur Seite geht, oder einen unvorhergesehenen Sprung über eine Pfütze macht.

In einem meiner Kurse lies ich eine Schülerin, die besser galoppieren lernen wollte, an der Longe, mit den Knien über den Pauschen, galoppieren. Sie hatte ein sehr braves, gut ausgebildetes Pferd, dass rhythmisch und gelassen galoppieren konnte. Die Beine waren nicht über den Pauschen, damit sie sich nicht festklammern konnte, sondern damit ihr Hüftgelenk leichter in die Bewegung kam. Sie hatte schon Übung mit vielen Anleitungen aus minem Unterricht und die Aufgabe war nicht sehr schwer für sie. Sie wusste wie sie sich ausbalancierte und hatte Vertrauen zu mir und ihrem Pferd.

Doch dann geschah das Unerwartete. Ein Kind, dass im Nachbargrundstück Fußball spielte, schoss den Ball plötzlich über die Hecke, in die Reitbahn, ziemlich genau zu X.

Da galoppierte der Schimmel nun gerade vorbei, und man kann ihn kaum verwehren, dass er einen Satz zur Seite machte, als der Ball ihn von hinten überholte.

Der Sprung ging nach innen, also in den Zirkel hinein, und danach lief er schnell wieder gleichmäßig weiter. Für mich an der Longe, war die Sprungrichtung natürlich wunderbar, da die Longe locker blieb, aber für die Reiterin war dies natürlich eine plötzliche Biegung des Pferdes in genau die andere Richtung als zuvor.

Ich hielt die Luft an, doch es war faszinierend zu sehen, dass dieser Sprung der Reiterin überhaupt nichts ausmacht. Ich wusste, dass ein balancierte, lockerer Sitz möglich macht mit vielem umzugehen, ohne Schwierigkeiten zu bekommen. Doch dass sie bei dieser Bewegung einfach sitzen bleiben konnte, ohne auch nur die Hände zum Sattel nehmen zu müssen, um sich fest zu halten, hat auch mich verblüfft und wieder davon überzeugt, wie grandios der Sitz ist, der sich durch diese Art der Sitzschulung entwickelt.

Wir waren beide verblüfft und gleichzeitig sehr begeistert, nicht nur von dem Sitz, sondern auch von diesem wunderbaren Pferd, dass sich, nach dem kleinen Schreck, sofort wieder gleichmäßig bewegte, um die Sicherheit seiner Reiterin im Sattel zu gewährleisten. Das ist die andere Sache, die ein guter Sitz, und natürlich auch ein freundlicher Umgang, uns schenkt.

Mit einem Reiter in diesem Sitz kann ein Pferd sich mühelos bewegen. Es macht ihm Freude den Reiter zu tragen und es kann seine eigene Bewegungsfähigkeit sogar noch verbessern lernen. So entsteht eine gemeinsame Freude und eine Förderung der Gesundheit, auch für das Pferd, und das danken sie uns durch hohe Kooperationsbereitschaft und Gelassenheit.

Auf den beiden Fotos unten reite ich ein Pferd, das ich an dem Tag erst kennenlernte.

Ich demonstrierte im Kurs mit ihm die Wirkung des Sitzes auf die Bewegungsfähigkeit des Pferdes. Schaut ihr nun auf meinen Sitz, und stellt euch vor, das Pferd würde erschrecken und einen Sprung machen, könnt ihr sicher gut erkennen, in welchem Sitz ich kaum eine Chance hätte gut oben zu bleiben, oder?

Doch nicht nur die Bewegung bei einem Schreck, einfach nur den Schwung des Trabes durch meinen Körper zu lassen, ist im aufrechten Sitz gut möglich, und in dem anderen würde es mir, auf Dauer, Rückenschmerzen verursachen.

Das kannst du auch sehen, oder?

Vieles davon kann man sogar indoor üben:

#Sitzschulung#sallyswift#centeredriding#sicherheit#reiten#pferde#losgelassenheit#schmerzfreireiten#feldenkrais

Seitengänge, wie macht man sie förderlich

Jeder gute Reiter/Pferdetrainer weiß das der eigene Körper das Hauptsprachrohr ist, in der Kommunikation mit dem Pferd und wer gut anleiten will, ob im Sattel oder am Boden, muss wissen/fühlen, was er wirklich tut. Seitengänge werden heutzutage als Allheilmittel und Grundübung für jedes Pferd dargestellt. Doch nur bei guter Qualität helfen sie dem Pferd wirklich. Andernfalls stören die „Hilfen“ mehr als sie helfen. In dieser Woche sind die Details teil meines Adventskalender 2024 für euch. Hier im Blog schreibe ich euch wochenweise, da diese unterschiedliche Themen haben.

„Vor dem Seitwärts kommt das Gerade!
 Wenn du Seitengänge nutzen willst, um dein Pferd zu lösen oder zu kräftigen, muss es zuerst geradeaus laufen können.
Es ist aber ziemlich unvernünftig, von ihm zu erwarten, dass es geradeaus läuft, wenn du es selbst nicht tust. 
Stell dich ruhig hin, zeichne das Haus vom Nikolaus in dir, dass du evtl. aus meinem Buch kennst, oder aus meinem Unterricht.
Zentrieren dich in der Körpermitte, hab weiche Augen, mit peripherem Blick, und gehe ruhig auf einer geraden Linie nach vorn. Stell dir eine Linie am Boden vor, die du entlang wanderst. Rechter Fuß rechts der Linie, linke Fuß links.
Achte darauf, ob Becken und Schultern den gleichen Abstand zu der Linie halten. Machst du mit beiden Füßen gleichlange Schritte? Tritt ein Fuß lauter auf? Wie bewegen sich deine Schultern und Arme.
Es hilft, wenn Ihnen jemand zuschaut und dir sagt, ob du gerade bist oder nicht und wo die Ungleichheiten sichtbar ist. Es kann auch hilfreich sein, wenn du auf einen Spiegel zugehst, so wie wir es in einer Reithalle oft machen. Denke daran: eine nicht korrekt ausgeführte, aber gewohnte Bewegung kann sich richtig anfühlen und die korrekte, ungewohnte Bewegung falsch. Nehmen dir Zeit herauszufinden, wie es sich anfühlt, wenn du gerade und symmetrisch bist. Dann wird es am und auf dem Pferd leichter.“
Dein Pferd folgt deinem Körper, darum ist es wichtig, dass du weißt (und du weißt nur, wenn du fühlst) was du tust.

Stehe ruhig und denke an die Seitwärtsbewegung nach links.
Die Hilfengebung kommt aus der Körpermitte.
Zentriere dich – die Kugel liegt 2 Finger unterm Nabel, vor der Wirbelsäule. Stell dir vor sie rollt da leicht rückwärts. Nicht nach hinten, sie bleibt am Platz und dreht sich auf der Stelle. Vielleicht kannst du spüren wie deine Hüftgelenke weicher werden und die Beine loslassen.
Jetzt stell dir vor dass sich die rotierende Kugel etwas nach links dreht. Dreht, nicht rollt!! Sie bleibt genau in deiner Mitte und über der Wirbelsäule des Pferdes. Du kannst dir vorstellen dass durch deinen Körper eine Achse verläuft. Die Kugel bleibt auf der Achse und dreht sich etwas nach links. Beobachte, wie diese kleine Drehung die Positionierung des Körpers verändert. Das Becken wird sich nach links drehen wollen. Lass Brustkorb, Schultern und Kopf dieser leichten Drehung folgen. Das linke Bein bleibt geerdet. Kannst du spüren, wie sich das Hüftgelenk ein wenig nach hinten orientiert, wenn du dich drehst. Dein rechtes Bein wird locker, in der Vorbereitung leicht zu kreuzen.
Jetzt im Gehen:
Gehe in der geraden Linie vorwärts. Dann drehe die Kugel etwas nach links, erlaube dem rechtes Knie sich zu beugen und diagonal nach vorne links zu kreuzen. Gehe nach ein paar Schritten wieder geradeaus, reorganisiere dich und mach es erneut.
Versuche herauszufinden wie du das Drehen der Kugel mit dem Rhythmus deiner Schritte übereinstimmen lassen kannst. Wenn du es auf einer Seite gut hin bekommst, wechsele die Richtung.
Ich liebe es immer diese Übungen beim Spazierengehen, bzw. Joggen einzubauen.Einfach mal kurz zentrieren, ausrichten, weiche Augen, fühlen, umsetzen.
Trockentraining kann man nahezu überall machen und und es macht uns schnell erfolgreich. Das schont das Pferd, da es unser Ausprobieren nicht aushalten muss, sondern gleich viel besser angeleitet wird.

Noch ein paar Qualitätschecks:
Halte den Körper aufrecht, bleibe in der Achse. Jetzt stell dir vor du wärst das Pferd; deine Beine sind seine Hinterbeine, die Hände (in der Luft) stellen die Vorderbeine dar. Versuch mit der Bewegung der 4 „Beine“ ein paar Schritte nach links, korrektes Gerade, ein paar Schritte nach rechts. Stell sicher, dass die geraden Schritte nicht verhalten sind, sondern eine schöne Vorwärtsenergie haben, so dass der Takt erhalten wird.
Für das Pferd, wenn du die Übung führst oder reitest, ist diese Vorwärtsenergie besonders wichtig, um es gerade und durchlässig zu halten
Jetzt beginne zu spielen: Such dir einen Rasen, einen Hof oder eine Halle/Reitplatz. Beginnen Hufschlagfiguren zu gehen. Wechseln immer wieder vom Gerade gerade zur Diagonale und zurück zur Geraden. Achte auf Takt, Gleichgewicht und genug Vorwärts. Nicht eilig, aber auch nicht verhalten. Finde den normalen Schritt zwischen dem Seitwärts.
Stell dir vor, deine Füße hinterlassen Fußabdrücke, wie die Hufabdrücke. vielleicht findest du dazu etwas Schnee oder eine frisch gefahrene Bahn. Dann kannst du schauen wie du gelaufen bist.
Jetzt gehts ans Experimentieren und Spaß haben. Erinner dich, das es wichtig ist, regelmäßig geradeaus zu gehen um die Freude an Bewegung, Gleichgewicht und Takt zu erhalten

Wie stark muss man die Kugel drehen?
Wann immer du vom Zentrum aus arbeitest, denk dran :“weniger ist mehr“. Versuch große Bewegungen und du wirst merken, wie uneffektiv du bist und wie sich dein Körper verdreht und schief wird. Erinner dich an weichen Augen, Zentrierung und Atmung. Achte darauf, dass die Kugel in die gleiche Richtung wie die Nase zeigt. Achte darauf, dein Gesicht nicht weiter zu drehen, als auf die Linie die du wirklich gehen willst. Beobachte, wie ein zu starkes Drehen dein Gleichgewicht stört und du die Achse verlierst. Entdecke wie wenig Aufwand nötig ist.

Nachdem du jetzt die Seitengänge im eigenen Körper gut ausführen und spüren kannst, kannst du die Übungen in den Sattel übertragen.
Und auch hier beginnen es im des korrekten Geradeaus.
Zuerst: Zentriere dich. Beachte, dass die Kugel in der Achse bleibt, was immer du reitest, sie sollte nie zu irgendeiner Seite kullern.
Zentriere dich und reite gerade.
Nutze Hufschlagfiguren mit langen, geraden Linien, ganze Bahn, durch die Bahn wechseln. Sieh die gerade Linie genau vor dir. Wenn du den Zielpunkt/Buchstaben anvisierst beachte, dass dieser konstant mittig zwischen den Ohren deines Pferdes liegt.
Später probiere den Wechsel durch die Länge der Bahn, das ist anspruchsvoller, weil die seitliche Orientierung fehlt.
Schau auf die Bahnpunkte, das hilft enorm. Wenn du keine hast bastel dir Markierungen. Manche meiner Schüler stellen sich kleine Eimerchen oder Hütchen unter die Reitplatzeinzäunung, andere malen die Buchstaben auf die Stangen.
Ich sehe immer wieder, das Leute, die ohne Bahnpunkte reiten, weniger gerade Pferde haben, als die, die korrekt von Punkt zu Punkt reiten. Die Wirkung einer guten Linienführung auf die Pferde ist enorm.
Und dann beginne Figuren mit Wechsel, wie Schlangenlinien durch die Bahn, zwischen den Bögen korrekt Gerade, oder Kehrtvolten, mit exaktem Gerade zum Hufschlag und dann das gerade Reiten auf dem 2. Hufschlag. Give it a try, es mag dein Gefühl trainieren, zu spüren wohin die Hinterbeine des Pferdes fußen und wann ihr ins Schwanken geratet.
Achte auf deine Achse und das Schulter und Hüftgelenke den gleichen Abstand zur Mittelachse haben. Prüfe deine Sitzbeine, sie liegen direkt unter den Hüftgelenken. Haben sie den gleichen Abstand zur Wirbelsäule des Pferdes.
Ja, das hört sich erst mal sehr schwierig an, doch frag dich, ob dem so ist. Je öfter du dich fragst und hin spürst, desto besser wird deine Wahrnehmung.
Du kannst eine Hand unter ein Sitzbein legen, das unterstützt das Fühlen.
Die Sitzbeine zu fühlen ist essentiell für einen guten Sitz. Durch sie nehmen wir wahr wie das Pferd seine Hinterbeine bewegt, und nur, wenn wir in natürlicher Aufrichtung sitzen spüren wir sie gut, aber nicht spitz.
Tipp: Wenn du sie gar nicht spürst, lass dich von jemand führen und leg die Knie über die Pauschen. Dont‘ worry, Gefühl entsteht wenn man sich Zeit lässt und hin spürt und Spannung reduziert. Es ist ebenso lernbar wie alle andern Fähigkeiten.

Vor dem Seitwärts kommt das Gerade !
Ob in der Bodenarbeit oder beim Reiten. Versuche nun bei deinem Pferd die gleichen Qualitäten zu finden, wie in deinem Körper.
Was du in dir selbst gefunden hast, kannst du auch bald im Pferd fühlen.
Durch Feldenkrais habe ich in mir das Zusammenspiel des Körpers entdecken gelernt und dadurch die Biomechanik des Pferdes verstanden und kann nun sehen und fühlen, was mir vorher verborgen blieb.
Versuche dein Pferd über die Zügel so zu leiten, dass der Kopf genau vor der Hinterhand ist. Das braucht etwas Zeit und Übung. Du musst dazu nicht immer wieder nach hinten schauen. Versuch dich einzufühlen.
Fühle evtl zuerst, ob der Kopf deines Pferdes mittig zwischen den Vorderbeinen ist. Wenn du das fühlen kannst lenke deine Aufmerksamkeit weiter nach hinten, in den Rücken und schließlich in die Hinterbeine.
Wenn du das Glück einer frisch gefahrenen Reitbahn hast, oder Sand nach dem Regen, kannst du wunderbar schauen, ob das was du fühltest der Realität entspricht, die Hinterhufe genau ind die Spur fußen.
Sollte dein Pferd den Kopf die ganze Zeit zu dir gedreht halten, kannst du es mit beiden Zügeln ein wenig gerade führen. Beide Hände führen den Kopf in die Mitte.
Achte darauf dass du das Pferd nicht nach aussen oder innen stellst, suche ein Gefühl für die Mitte. Das ist schwerer als zur Seite, aber es lohnt sich zu lernen.
Lenke deine Aufmerksamkeit immer wieder nach hinten, bis du eine Idee dafür bekommst ob der Kopf auch mittig zwischen den Hinterbeinen ist.
Mit der gleichen Idee kann man natürlich auch reiten

Achte auf deine eigene Ausrichtung, bleib auf der Mittellinie, mit deiner Kugel. Lass deine Achse gerade, was auch immer du anleitest. Wendungen oder Seitengänge. Dreh deine Kugel aber lass sie nirgendwohin rollen.
Lausche dem Rhythmus der Hufe. Sind alle 4 gleichlaut, oder hörst du 2 lauter?
Entwickle ein Gefühl für den Takt des Pferdes, damit er in den Seitengängen erhalten bleibt. Atmen kann hier helfen. Atme über 4 Schritte ein und über 4 schritte aus. Das fördert den Takt, deinen und den deines Pferdes.

Die Vorhandwendung ist ein praktischer Weg, den Reiter zu lehren, die Hinterhand seines Pferdes zu fühlen und das Pferd zu lehren, sich mit seiner Hinterhand vom Schenkel des Reiters wegzubewegen. Korrekt ausgeführt, beschreiben die Vorderhufe des Pferdes dabei einen kleinen Kreis auf einer Stelle, während die Hinterhufe in einem großen Kreis um sie herumtreten. Halte auf dem 2. Hufschlag an der langen Seite
Die richtige Hilfe für die Vorhandwendung nach links ist einzig und allein der treibende rechte Schenkel. Die erste spontan Reaktion des Pferdes ist das Vorwärtsgehen. Das verhindert man dann mit verhaltenden Zügelhilfen. Steht das Pferd daraufhin still, lass deine Hände sofort nachgeben, sonst weicht das Pferd nach hinten aus.
Nur einen Schritt, dann halt, und dann erneut nur 1 Schritt.
So kannst du deineHilfen, und wie das Pferd sie umsetzt besser prüfen. 

Sei entspannt, aber aufmerksam genug, um andere Hilfen korrigierend einsetzen zu können. Evtl wird dein Pferd über die linke Schulter ausfallen. Verhindere dies mit dem verwahrenden äußeren Zügel. Der innere Zügel kann dabei locker sein, muß aber immer leichten Kontakt zum Pferdemaul haben

Sobald du erreicht hast, daß das Pferd auch nur einen Schritt mit der Hinterhand korrekt zur Seite tritt, höre mit allen Hilfen auf, bleib ruhig stehen und lobe deinPferd (und vielleicht auch dich selbst). Mache dann weiter, Schritt für Schritt, bis Sie um 90, später 180 Grad gewendet haben, und reiten dann im Schritt an. Wenn das Pferd das willig und leicht in beide Richtungen ausführt, versuche es mit zwei aufeinanderfolgenden seitlichen Tritten. Wenn du mehrere aufeinanderfolgende Tritte willst, beachte dass es auf jede neue Hilfe wartet und nicht vorauseilend weiterläuft.

Beim Vorbereiten des Pferdes, erinnere dich, dass es zuerst geradeaus laufen können muss. Bevor du das Pferd gerade richten kannst, stell sicher, dass du selbst im Gleichgewicht. Spürst du beide Sitzbeine gleichstark und Gleichheit von der Wirbelsäule des Pferdes entfernt? Hast du auf beiden Steigbügeln dasselbe Gewicht? Sind deine Schultern parallel zu denen des Pferdes? Oder ist die eine Schulter vor oder hinter der anderen?
Sobald du deine Haltung verbessert hast, achte auf das Pferde. Tritt es mit den Hinterhufen in die Spuren der Vorderhufe! Beim geradeaus reiten und auf dem Zirkel? Wenn nicht, richten zuerst die Hinterhufe in die Wunschrichtung aus. Dann setzt die Vorhand genau vor seine Hinterhand. Dazu stell sicher dass deine Sitzbeinhöcker gleichmäßig im Sattel ruhen und dass dein Pferd zwischen deinen Beinen und Armen mittig eingerahmt ist. Setz die Schenkel ein, um die Hinterhand auf der Spur zu stabilisieren. Wenn das Pferd mit der Schulter etwas rechts von der Spur läuft, zentriere dich halte gleichmäßigen Zügelkontakt dreh deine Kugel etwas nach links. Der linke Zügel kann sich behutsam etwas nach links öffnen und der verwahrende, rechte sacht gegen den Hals legen, um die Vorhand nach links zu dirigieren. Nimm also beide Hände etwas nach links. Achten darauf, nicht nur Kopf und Hals des Pferdes zu bewegen, sondern die ganze Vorhand.

Die Hilfen:
Zentrieren und Erden.
Balance, Verbinde deine Körpermitte mit dem Pferd. Die Beine umrahmen den Brustkorb wie den eines Vogels, die Zügel verbinden dein Zentrum mit dem Pferdekopf.
Sowohl die Energie, als auch die Hilfen für die Seitenginge kommen aus Ihrer Körpermitte.Nach jeder Hilfe richte deine Balance neu aus, durch Zentrieren, Erden, weiche Augen.Während die Kugel leicht in die Bewegungsrichtung rotiert, spüre, wie diese Rotation im Takt des Pferdes erfolgt. Nase und Bauchnabel bleiben übereinander. Wenn du den Kopf weiter drehst als den Körper (sieht man heute schon in Wendungen oft), bringst du dein Pferd aus dem Gleichgewicht.
Lassen das Pferd nur wenige Schritte seitlich übertreten. 2 oder Reite dann wieder geradeaus. Halte dich ausbalanciert und mittig über der Wirbelsäule des Pferdes. Lass Oberkörper mit Becken und Schultern aus der Körpermitte rotieren. Nicht zu weit zu drehen. Es braucht nur sehr wenig.
Nimm dir Zeit und denk dran, dass die Körpermitte und Hände die Vorhand des Pferdes kontrollieren und die Körpermitte in Verbindung mit deinen Beinen, die Hinterhand. Dazu bewege deine Schultern etwas von der Spur weg und wieder dorthin zurück. Aus dieser Bewegung wird nachher Schulterherein Bewege die Hinterhand etwas nach innen und führe sie zurück. Das ist Kruppeherein. Wenn die Seitengänge unterstützen sollen, den Bewegungsablauf des Pferdes zu verbessern, ist deine Selbstwahrnehmung und Selbstkontrolle von essentieller Bedeutung. Zentriert, losgelassen, mit weichen Augen und fliesendem Atem kannst du dann das Gleichgewicht deines Pferdes erhalten und es wird sich leicht und ohne Verspannungen gern mit dir bewegen. Auch das Pferd braucht dazu weiche Augen und den fliesenden Atem, die Zeichen der Losgelassenheit. Wenn man das Reiten von Seitengängen auf diese Art ins Training aufnimmt, wird das dem Pferd dabei helfen, sich loszulassen.
Beachte, dass du zwischen die Phasen der Seitwärtsbewegung genug Geradeaus reitest, um die Freude an der Bewegung und die Frische deines Pferdes zu erhalten. Nur dann wird es eine gesundheitsfördernde Lektion.
(ein großer Teil des Textes ist basierend auf Sally Swifts Centered Riding®)