Ich liebe es, auf Ausritten zu summen oder zu singen. Und ich habe den Eindruck: Die Pferde lieben es auch.
Linda Tellington-Jones sagt immer, dass Summen uns in Herzkohärenz bringen kann. Auf jeden Fall hilft es uns einen Rhythmus zu finden und mit dem Takt der Bewegung des Pferdes unterwegs zu sein.
Besonders gerne singe ich Pippi-Langstrumpf-Lieder – sie bringen einfach so viel Fröhlichkeit mit!
Aber auch viele alte Reiterlieder passen wunderbar zu einem Ausritt. Zum Beispiel „Meine Wiege stand im Westen …“, das heute vielleicht bekannter ist mit dem Text: „So ein Pony, das kann alles“ aus den Immenhof-Filmen. Und dann gibt es noch „Bitte gibt mir noch ein Zuckerstückchen für mein kleines Pony….“ und „von den blauen Bergen kommen wir, unsere Pferde sind genauso müde wie wir … oder andere erfundene Zeilen danach“ Sowie : Wir reiten geschwinde durch Feld und durch Wald, Wir reiten bergab und bergauf, und fällt wer vom Pferde, so fällt er gelinde und klettert behend wieder auf…..“
Und natürlich funktioniert das Summen genauso gut in der Reithalle. Ganz leise reicht völlig – Pferde haben schließlich ein ausgezeichnetes Gehör.
Singst oder summst du auch gerne? Was singst du?
Oder hast du das noch nicht für dich entdeckt?
Vielleicht probierst du es bei deinem nächsten Ritt einfach einmal aus:
Summen, atmen, schwingen, den Rhythmus spüren … und schauen, was sich verändert.
Den Trab beginne ich gern im Entlastungssitz. Dafür nehme ich die Zügel etwas mehr auf, damit sie nicht zu stark schwingen. Ich lasse sie aber weiterhin lang – nur eben nicht hingegeben.
Der Entlastungssitz ist eine Sitzposition, bei der der Reiter den Oberkörper leicht nach vorne neigt und das Becken entsprechend nach hinten bringt. Man kann sich sogar vorstellen, man wolle sich hinter den Sattel setzen und dabei gerade so über dem Sattel schweben, damit man wirklich mit dem Schwerpunkt über dem des Pferdes bleibt.
Wie weit man sich nach vorne neigt oder ob man nahezu aufrecht bleibt, hängt sehr stark vom Pferd ab.
Bei einem Pferd mit wenig Rückenbewegung, wie einem Andalusier oder vielen Quarter Horses und Isländern, braucht es gegenüber dem Aussitzen nur eine geringe Veränderung. Reitet man dagegen ein Pferd mit viel Rückenbewegung, das gleichzeitig noch dazu neigt, auf der Vorhand zu laufen, muss man sich oftmals stärker einfalten, um die Bewegung durch den eigenen Körper schwingen zu lassen.
So verhindert man, nach vorne zu fallen und sich mit den Knien festzuhalten. Bleibt man selbst in der Mitte kommt auch schon so manches Pferd von der Vorhand ins Gleichgewicht.
Der Entlastungssitz wurde früher grundsätzlich zum Einreiten junger Pferde, der sogenannten Remonten, empfohlen und heißt deshalb auch Remontesitz.
Doch auch beim Traben über Stangen ist er grundlegend empfehlenswert oder beim Reiten in unwegsamem Gelände, um dem Pferd die Möglichkeit zu geben, seinen Rücken frei zu organisieren.
Und ebenso wie man damit den Rücken eines jungen, noch nicht trainierten Pferdes dazu bringen wollte, sich unter dem Reiter gut zu bewegen, kann man ihn auch bei Reitpferden einsetzen, deren Rückentätigkeit verbessert werden soll.
Außerdem ist es die Sitzart, die am schnellsten zu lernen ist, das Pferd am wenigsten stört und mit der man bereits sehr viel reiten kann – zumindest im Bereich der Grundlektionen.
Wenn Reitanfänger zu mir kommen, lernen sie diesen Sitz zuerst. Meist können sie schon am Ende der ersten Reitstunde damit locker und leicht durch die Bahn traben oder mit mir auf einem Handpferd ins Gelände reiten. Selbst wenn jemand mit 60 oder 70 Jahren zum ersten Mal auf dem Rücken eines Pferdes sitzt, kann das schnell und angenehm gehen – für alle Beteiligten.
Ach ich liebe es, wenn die Dinge aus meinen Kursen direkte Anwendung finden und Pferden und Menschen das Leben schöner machen.
Basti organisierte letztes Wochenende einen 3 Tages Kurs mit mir in Bayern und nutze gleich erfolgreich die Ttouch in einer Notsituation. Er schrieb:
„Liebe Anke,
danke nochmal für den tollen 3 Tages Kurs und die Einführung in die Tellington-Methode.
Es hat sich ergeben, das ich am Tag nach dem Kurs das Pferd einer Freundin wegen einer Augen-OP in die Klink fahren musste. Das Pferd wird nicht oft gefahren und vor allem wenn der Hänger steht kann da schon Mal Panik und heftige Reaktion kommen. Leider mussten wir bei der Klink vorm ausladen etwas warten und ich habe das Pferd dann im Hänger betreut.
Als er anfing in die Panik zu gehen, war ich froh, dass ich mich an die von dir vermittelten TTouches aus dem Kurs erinnern konnte. Der Wallach konnte sich super gut darauf einlassen, ist bei mir und bei sich geblieben und der Stress ist deutlich sichtbar von ihm abgefallen. Selbst im kritischsten Moment wo auf dem Parkplatz hinter dem Hänger ein Pferd auf dem Schotterboden longiert wurde, konnte ich ihn dank der TTouches helfen, die Situation entspannt und gelassen zu meistern.
Ich war einfach sehr sehr dankbar, das Pferd so gelassen durch die Situation begleiten zu dürfen. Es war schön nicht nur hoffend daneben zu stehen, sondern ein Vorgehen zu haben, mit dem ich gut helfen konnte. So fühlte ich mich in der Lage positiv zu unterstützen und musste nicht hilflos werden. Das war eine super Erfahrung und da wollte ich mich einfach nochmals herzlich bedanken und war einfach beeindruckend von der Wirkung auch in einer solchen Stresssituation bei einem Pferd, wo ich auch weiß, dass noch nie TTouches angewendet wurden und dennoch eine starke Wirkung entfaltet haben.
Ganz liebe Grüße
Bastian
PS: dank des angelegten Körperbandes bei mir war auch die Fahrt in die Klinik mit entspanntem Rücken möglich – das ist bei längeren Fahrten sonst oft ein Thema
Das Bild ist natürlich KI generiert. Wer denkt schon in so einem Moment ans fotografieren?
Ich sehe so viele Pferde, die den Hals zu stark biegen, anstatt sich durch den ganzen Körper von Genick bis Schweif gleichmäßig zu biegen.
Dieses Bewegungsmuster führt zu Steifheit und ist ein häufiger Grund warum Versammlung unerreichbar bleibt.
Wenn die Wirbelsäule gleichmäßig ausgerichtet ist, kann Energie aus den Hinterbeinen durch die Wirbelsäule in deine Hände fließen, das Nervensystem kann zwischen Körper und Gehirn richtig kommunizieren, und das Pferd kann echte Freiheit in der Bewegung erleben.
„Weiche Augen“ unterstützen unsere Wahrnehmung für das ganze Pferd.
Ich unterstütze dich gern, Online oder im Seminar, das Gefühl und die Wahrnehmung zu entwickeln, wann dein Pferd reel gebogen ist, und wann es sich „verbiegt“
Danke, an @ucie Klaassen, das ich ihr Instagram Bild ins deutsche übersetzen und Teilen darf!!!