Reele Biegung entsteht nie über den inneren Zügel

Reele Biegung entsteht nie über den inneren Zügel

Ich sehe so viele Pferde, die den Hals zu stark biegen, anstatt sich durch den ganzen Körper von Genick bis Schweif gleichmäßig zu biegen.

Dieses Bewegungsmuster führt zu Steifheit und ist ein häufiger Grund warum Versammlung unerreichbar bleibt.

Wenn die Wirbelsäule gleichmäßig ausgerichtet ist, kann Energie aus den Hinterbeinen durch die Wirbelsäule in deine Hände fließen, das Nervensystem kann zwischen Körper und Gehirn richtig kommunizieren, und das Pferd kann echte Freiheit in der Bewegung erleben.

„Weiche Augen“ unterstützen unsere Wahrnehmung für das ganze Pferd.

Ich unterstütze dich gern, Online oder im Seminar, das Gefühl und die Wahrnehmung zu entwickeln, wann dein Pferd reel gebogen ist, und wann es sich „verbiegt“

Danke, an @ucie Klaassen, das ich ihr Instagram Bild ins deutsche übersetzen und Teilen darf!!!

Wie man seine Balance im Sattel prüfen kann

Wie man seine Balance im Sattel prüfen kann


Kannst du deine Sitzbeinhöcker spüren?

Die Sitzbeinhöcker heißen so, weil wir auf ihnen sitzen. Sie sind kufenartig geformt und geben uns dadurch die Möglichkeit, ein wenig nach vorne und hinten zu rollen, um uns zu strecken oder zu beugen. Aufrichtung ist dort, wo wir genau über ihnen sitzen.

Wenn du sie nicht gut spürst, kann das verschiedene Ursachen haben. Vielleicht ist dein Rücken angespannt und du sitzt etwas zu weit vorne oder hinten, oder du hältst deine Pobacken noch zu fest.

Und nein – kein Po ist zu dick, um die Sitzbeinhöcker zu spüren. 😊

Wenn du sie nicht gut wahrnehmen kannst, rolle sehr langsam ein wenig nach vorne und nach hinten. Dabei musst du nicht nur das Becken bewegen. Du kannst den ganzen Körper wie ein umgedrehtes Pendel sanft nach vorne und hinten neigen.

Mach die Bewegung so groß wie nötig, aber nicht so groß wie möglich.

Für dein Pferd macht es einen großen Unterschied, wie du sitzt. Und wir dürfen daran denken, dass alles, was wir im Sattel tun, beim Pferd ankommt – auch wenn wir es durch den Sattel nicht immer unmittelbar wahrnehmen. Darum bewege dich achtsam.

Vielleicht findest du deine Sitzbeinhöcker durch dieses Rollen.

Falls das Rollen nicht hilft, spanne deine Pobacken einmal so fest an, wie du kannst, und halte die Spannung etwa sieben Sekunden, eventuell auch etwas länger. Danach lässt du einfach wieder los und spürst nach, was sich verändert hat.

Du kannst das natürlich wiederholen, wenn sich noch alles etwas diffus anfühlt. Vielleicht spürst du zunächst auch nur einen Sitzbeinhöcker. Dann probiere das Experiment noch einmal und spanne die Pobacken einzeln an.

Kannst du überhaupt beide Pobacken unabhängig voneinander anspannen und halten? Ist die eine Seite genauso leicht anzusteuern wie die andere? Das kann eine spannende Erfahrung sein, durch die du deine Einseitigkeit wahrnehmen – und auch verändern – kannst.

Spüre anschließend nach:

Sind beide Sitzbeinhöcker gleich deutlich?

Fühlt sich einer spitzer oder flacher an?

Sind beide gleich weit von der Wirbelsäule des Pferdes entfernt?

Ist einer weiter vorne als der andere?

Wirklich balanciert sitzt du dann, wenn sich beide Sitzbeinhöcker gleich anfühlen, gleich weit von der Wirbelsäule des Pferdes entfernt sind und auf einer Linie nebeneinander liegen.

Und dort dürfen sie während des gesamten Reitens bleiben: mittig in Relation zum Pferd und aufrecht in Relation zu deiner Wirbelsäule.

In meinen Kursen finde ich immer ganz individuelle Lösungen für jeden Einzelnen. Auch im Online Unterricht stelle ich dir meinen Werkzeugkoffer gern zur Verfügung.

Wenn Kraft durch den Körper fließen kann …

Wenn Kraft durch den Körper fließen kann …

Stell dir einen Dominoeffekt vor: Ein Steinchen gibt die Kraft an den nächsten weiter – und so setzt sich die Bewegung bis zum letzten Stein fort.

Ähnlich funktioniert es beim Gehen. Wenn der Fuß beim Auftreten Druck in den Boden gibt, entsteht eine Gegenkraft, die durch den Körper nach oben weitergeleitet werden kann – vom Fuß über die Gelenke bis hin zum Kopf.

Sowohl beim Mensch, als auch beim Pferd, vom Hinterhuf zum Genick

Damit das gelingt, braucht es eine gute Verbindung entlang dieser Kraftlinie. Die Gelenke müssen so aufeinander ausgerichtet sein, dass die Kraft ihren Weg durch den Körper fortsetzen kann.

Eine stabile Achse stärkt dabei nicht nur die Aufrichtung, sondern unterstützt auch die Knochen.

Doch wenn die Kraft auf ihrem Weg immer wieder auf Abweichungen oder Blockierungen trifft, funktioniert der Dominoeffekt nicht mehr. Die Kraft kann sich stauen – in einem Gelenk, das nicht gut ausgerichtet ist, und dort langfristig zu unnötiger Belastung und Verschleiß führen.

Gute Ausrichtung ermöglicht dem Körper, Kräfte sinnvoll weiterzuleiten – sodass Bewegung leichter, stabiler und effizienter werden kann.

Genau diese Zusammenhänge erleben wir bei @Bones for Life® in der Bewegung.

Und können uns so selbst besser ausrichten und ein Gefühl für die Ausrichtung des Pferdes entwickeln.

Bones for life® – aufrichten-stärken-genießen

#BonesForLife#Knochenstärke#Aufrichtung#Balance#Bewegung#Feldenkrais

Der 4. Baustein: Balance

Der 4. Baustein: Balance

Ein ausbalancierter Reiter ist für das Pferd leicht zu tragen und ermöglicht ihm, sich mühelos unter seinem Reiter zu bewegen. Das erhöht nicht nur das Wohlbefinden des Pferdes, sondern auch deine Sicherheit beim Reiten. Dein Pferd kann insgesamt gelassener sein und du bleibst, falls doch einmal etwas passiert, stabiler und besser im Gleichgewicht – beispielsweise wenn das Pferd plötzlich bremst oder zur Seite weicht.

Um zu überprüfen, ob du ausbalanciert sitzt, kannst du dir vorstellen, das Pferd verschwindet unter dir. Es löst sich einfach in Feenstaub auf. 🙂

Würdest du auf deinen Füßen landen?

Viele von euch kennen sicher die Schwerkraftlinie aus den klassischen Lehrbüchern der Deutschen Reitlehre: Kopf – Schulter – Becken – Ferse liegen in einer Linie. Das ist gut zu verstehen, aber oft nicht so leicht zu fühlen.

Ein hilfreiches Bild ist deshalb die Vorstellung, dass sich das Pferd unter dir auflöst. Wo würdest du landen? Auf den Füßen, auf dem Po oder würdest du nach vorne auf die Nase kippen?

Noch hilfreicher wird dieses Bild, wenn du dir vorstellst, nicht auf dem Boden, sondern auf einem Trampolin zu landen. Würdest du umkippen oder mühelos schwingend stehen bleiben?

Mit diesem Bild kannst du nicht nur auf der Geraden spielen, sondern auch in Wendungen und Seitengängen. Denn auch dort sollte der Reiter in seiner Schwerkraftlinie über dem Schwerpunkt des Pferdes bleiben.

Ein weiteres Bild ist der Schneemann. Stell dir drei Kugeln oder Schneebälle vor, die übereinandergesetzt werden. Sind sie gut ausbalanciert?

Die oberste Kugel hat ihren Mittelpunkt zwischen den Ohren, hinter der Nase – dort, wo der Schädel auf der Halswirbelsäule sitzt. Ihr Radius reicht bis zu den Schultern. Dieser Schneeball ist also etwas größer als dein Kopf.

Das Zentrum der zweiten Kugel liegt in deiner Körpermitte. Ihr Radius reicht von den Schultern bis zu den Knien und ist damit deutlich größer als dein Rumpf.

Das Zentrum der dritten Kugel befindet sich am Balancepunkt des Fußes – dort, wo dein Fuß im Steigbügel steht. Der Radius reicht bis zum Knie und entsprechend weit Richtung Boden, also deutlich über deinen Körper hinaus.

Zeichnung

Sind die drei Kugeln schön übereinander, bist du in der idealen Linie.

Wenn du dir einen Ball nicht vorstellen kannst, liegt das meist daran, dass er nicht in der Linie ist. Häufig passiert das bei der unteren Kugel: Die Füße sind oft zu weit vorne. Schiebe dann das Zentrum der unteren Kugel – also den Balancepunkt mit dem Steigbügel – etwas weiter nach hinten. Vermutlich wirst du dann deinen dritten Ball finden.

Vielleicht hast du anfangs das Gefühl, deine Ferse käme dabei höher. Probiere es trotzdem aus. Filme dich eventuell dabei und überprüfe anschließend, ob dein Fuß vielleicht gerade jetzt wirklich parallel zum Boden war oder ob die Ferse tatsächlich höher stand. Manchmal täuscht uns unser Körpergefühl.

Sollte die Ferse tatsächlich höher kommen, stell dir beim nächsten Mal vor, dein Fuß steht auf einem Skateboard und du schiebst dieses nach hinten. Dadurch bleibt der Fuß meist besser parallel zum Boden.

Dieses schöne dreidimensionale Bild kannst du auch hervorragend in Wendungen mitnehmen. Beobachte dabei, ob dein Schneemann umkippt oder aufrecht stehen bleibt. Wenn du dich nach innen lehnst oder in der Hüfte abknickst, fällt der Schneemann um. Bleiben die drei Kugeln dagegen schön übereinander, bleibst du im Gleichgewicht und dein Pferd kann sich leichter biegen.

Das gilt natürlich auch für Seitengänge. Gerade dort neigt man leicht dazu, sich schief auf das Pferd zu setzen und dadurch seine Balance zu stören. Bleibt dein Schneemann auch hier aufrecht über der Wirbelsäule deines Pferdes, kann es sich durchlässiger und gleichmäßiger in allen Seitengängen bewegen.

Auch Übergänge lassen sich mit dem Schneemann hervorragend verbessern. Dabei kannst du deine Vorstellungskraft gezielt einsetzen.

Der 3. Baustein: Zentrieren und wachsen

Der 3. Baustein: Zentrieren und wachsen

Sally Swift nannte ihre Methode „Zentriertes Reiten“, weil ein großer Teil unserer Hilfengebung aus der Körpermitte entsteht.

Diese Körpermitte liegt zwei Finger unterhalb des Bauchnabels, vor der Wirbelsäule. In den asiatischen Bewegungskünsten wird dieser Bereich Dan Tien genannt.

Zentrieren bedeutet, den eigenen Körperschwerpunkt in diese Mitte zu bringen. Dadurch werden wir stabiler, beweglicher und müheloser – ohne unnötige Spannung.

Mach ein Experiment:

Setze dich auf einen Stuhl mit möglichst gerader Sitzfläche und rutsche etwas nach vorne, sodass deine Oberschenkel nicht mehr aufliegen. Nur so kann der Körper sich natürlich aufrichten.

Lege eine Hand auf den Bauch, Daumen auf den Nabel, kleiner Finger Richtung Schambein und eine gegenüber auf den Rücken. Stell dir vor, zwischen deinen Händen rollt eine kleine Kugel. Nicht größer als ein Tennisball, nicht kleiner als ein Golfball. Sie darf eine Farbe oder ein Material haben, das sich für dich gut anfühlt. Lass sie schließlich in der Mitte, vor deiner Wirbelsäule, etwas einsinken, wie in Sand – nicht mehr als die zwei Finger unterhalb des Bauchnabels.

Vielleicht spürst du:

✨ dein Rücken wird länger

✨ dein Atem wird freier

✨ du sitzt müheloser und aufrechter

Es gibt verschiedene Bilder, die beim Zentrieren helfen können:

🌱 eine Kugel in ihrem Nest

🌱 eine gefüllte Beckenschale, in die ein großer Ball fällt

🌱 eine Blume, die sich öffnet und strahlt

Wir finden für jeden eine passende Lösung.

Probiere es im Stehen, beim Gehen und schließlich im Sattel aus.

Pferde spüren sehr genau, wenn wir in unserer Balance sind. Oft verändert sie sich enorm, nur weilwir selbst unsere Mitte finden.

Und manchmal hilft zusätzlich das Erden:

Stell dir vor, aus deinen Füßen wachsen Wurzeln in die Erde, während dein Oberkörper wie ein Baum in den Himmel wächst – ohne Strecken, nur durch ein Zulassen von Länge.

(Das Posting dazu findet ihr in einem vorherigen Blog)

Zentrierung hilft nicht nur beim Reiten. Auch im Alltag werden Bewegungen leichter: beim Tragen, Schieben oder bei jeder Aufgabe, bei der du Kraft und Balance brauchst.

Finde deine Mitte – und entdecke, wie viel leichter Bewegung werden kann.
Nicht Muskelkraft gibt dir Stabilität, sondern eine gut organisierte Körpermitte. Wer aus seiner Mitte heraus weit wird, bewegt sich leichter – und macht es auch seinem Pferd leichter.

Foto aus einem Kurs „Besser reiten mit Feldenkrais“ KI optimiert