Wie TTouch & Feldenkrais die Lebensqualität verbessern
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Der 3. Baustein: Zentrieren und wachsen
Der 3. Baustein: Zentrieren und Ausdehnen
Sally Swift nannte ihre Methode „Zentriertes Reiten“, weil ein großer Teil unserer Hilfengebung aus der Körpermitte entsteht. Je besser wir unsere Mitte finden, desto leichter können wir unser Pferd begleiten, ohne es durch unnötige Spannung aus dem Gleichgewicht zu bringen.
Wo liegt die Körpermitte?
Die Körpermitte befindet sich etwa zwei Fingerbreit unterhalb des Bauchnabels vor der Wirbelsäule. In den asiatischen Bewegungskünsten wird dieser Bereich Dan Tien genannt. Wer schon einmal Aikido, Judo, Tai Chi, Qi Gong oder Yoga gemacht hat, kennt diesen Begriff vielleicht bereits.
Zentrieren bedeutet, den eigenen Körperschwerpunkt in diese Mitte zu bringen. Dadurch entsteht eine natürliche Aufrichtung, die nicht durch Muskelkraft gehalten werden muss. Wir fühlen uns stabil und gleichzeitig beweglich – genau das, was wir beim Reiten brauchen.
Die Kugel im Nest
Eine einfache Möglichkeit, die Körpermitte zu finden, ist die Vorstellung einer kleinen Kugel.
Setze dich auf einen Stuhl mit möglichst gerader Sitzfläche und rutsche etwas nach vorne, sodass deine Oberschenkel nicht mehr vollständig aufliegen. Lege eine Hand auf den Bauch und die andere auf den Rücken.
Nun stell dir vor, eine kleine Kugel rollt ruhig zwischen beiden Händen hin und her. Vielleicht strahlt sie Wärme oder Licht aus. Lasse sie schließlich vor deiner Wirbelsäule – etwa zwei Finger unter dem Bauchnabel – in ein kleines Nest sinken.
Viele Menschen nehmen dabei wahr, dass
der Rücken länger wird,
der Atem freier fließt,
die Schultern loslassen,
das Sitzen plötzlich mühelos wird.
Finde dein eigenes Bild
Nicht jedem hilft dieselbe Vorstellung.
Manche Menschen finden ihre Mitte über die kleine Kugel, andere stellen sich das Becken als gefüllte Schale vor, in die ein großer Ball hineinsinkt. Wieder andere arbeiten lieber mit dem Bild einer Blume, die sich aus der Körpermitte heraus öffnet und in alle Richtungen wächst.
Es gibt kein richtig oder falsch. Entscheidend ist, dass du das Gefühl bekommst, aus deiner Mitte heraus weit zu werden, anstatt dich zusammenzuziehen.
Zentrieren im Alltag und beim Reiten
Wenn dir das Zentrieren im Sitzen vertraut geworden ist, probiere es im Stehen, beim Gehen und schließlich im Sattel aus.
Je häufiger du deine Mitte im Alltag findest, desto leichter gelingt es dir auch beim Reiten. Viele alltägliche Bewegungen werden einfacher – beim Tragen, Schieben oder Heben ebenso wie beim Reiten oder in der Bodenarbeit.
Pferde reagieren erstaunlich sensibel auf unsere Balance. Oft genügt es schon, dass wir selbst zentriert sind, damit sie leichter ihr Gleichgewicht finden.
Probiere es einmal im Schritt aus und gib deinem Pferd die Möglichkeit, den Hals lang werden zu lassen. Beobachte, wie sich sein Gleichgewicht verändert, wenn du selbst wirklich in deiner Mitte bist.
Zentrieren und Erden
Manchmal unterstützt zusätzlich das Erden.
Stell dir vor, von der breitesten Stelle deiner Füße wachsen Wurzeln in den Boden. Gleichzeitig wächst dein Oberkörper nach oben – nicht durch Strecken oder Anspannung, sondern ganz natürlich, wie eine Pflanze dem Licht entgegenwächst.
So entsteht Stabilität nach unten und Leichtigkeit nach oben.
Diese Verbindung von Zentrieren, Ausdehnen und Erden macht den Reiter für das Pferd leichter tragbar und schafft die Grundlage für feine, harmonische Hilfen.
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